US-Regierung will willigen Samenspender stoppen Der fruchtbare Mr. Arsenault

15 Kinder sind bereits dank seiner Hilfe geboren worden, weitere sind unterwegs: Ein 36-jähriger Ingenieur aus den USA gibt sein Sperma kostenlos und anonym ab - und ruft damit die Kontrollbehörden auf den Plan.

Seit Jahren spendet Trent Arsenault fremden Frauen seinen Samen zum Nulltarif, schon 15 Kindern hat er auf diese Weise geholfen, dass Licht der Welt zu erblicken, und weitere sind unterwegs. Die US-Regierung will den freigiebigen Samenspender nun stoppen, der sein Sperma kostenlos im Internet anbietet. Wie der San Francisco Chronicle berichtet, droht sie dem 36-jährigen Trent Arsenault mit einem Jahr Gefängnis oder einer Geldbuße von 100.000 Dollar, sollte er seine Praxis nicht einstellen.

Samenspender Trent Arsenault in seinem Haus in Fremont, Kalifornien

(Foto: AP)

Die zuständige US-Kontrollbehörde Food and Drug Administration (FDA) macht nach Angaben der Zeitung gesundheitliche Bedenken geltend. Sie werfe Arsenault vor, dass er sich vor seinen Samenspenden nicht den vorgeschriebenen Bluttests unterziehe. Demnach müsse jeder Spender mindestens sieben Tage vorher auf Krankheiten wie Aids und Syphilis hin untersucht werden, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Arsenault habe sich nach eigenen Angaben aber seit 2006 nur sechsmal testen lassen. In dieser Zeit habe er insgesamt 348 Mal Samen für insgesamt 46 Frauen gespendet. Auf seiner Internetseite listet Arsenault insgesamt 14 Geburten - davon eine Zwillingsgeburt - seit 2007 auf, die letzte davon im Oktober. Im April 2012 bekommt sogar das erste Mal eines seiner Kinder ein Geschwisterchen.

Tests angeblich zu teuer

Der 36-Jährige soll seine Dienste bereits seit fünf Jahren kostenlos anbieten. Auf seiner Webseite spricht Arsenault Frauen oder Paare an, die nach einem Samenspender suchen, und gibt ihnen Informationen über sich selbst - von seinem ethnischen Hintergrund ("50 Prozent deutsch, 25 Prozent französisch, 25 Prozent irisch"), seiner Familiengeschichte über seine Hobbys (Ornithologie, künstliche Intelligenz und anderes) bis hin zu seiner Vorliebe für Biokost. Hat sich eine Empfängerin für ihn entschieden, unterzeichnen beide Seiten einen Vertrag, der Arsenault etwa von jeglichen väterlichen Rechten oder Pflichten entbindet. Die Frau kontaktiere ihn dann, wenn der günstigste Zeitpunkt für eine Befruchtung gekommen sei, schrieb die Zeitung. "Es dauert für mich nur 15 Minuten, bis ich meinen Teil getan habe", zitiert das Blatt Arsenault.

Die Empfänger erhalten die Spende in einem sterilen Becher bei ihm zu Hause. Auf seiner Webseite gibt Arsenault als Motiv für seine Freigiebigkeit den Wunsch an, einen Dienst an der Gesellschaft zu leisten, Menschen in Nöten zu helfen. Das könne er nicht, wenn er sich jedes Mal testen lassen würde, zitiert ihn die Zeitung. Das wäre zu teuer.

Gegen eine - legale und bezahlte - Zusammenarbeit mit Samenbanken habe sich Arsenault nach eigenen Angaben deshalb entschieden, weil diese Anonymität gewährleisteten. Arsenault wolle aber die Eltern in spe kennenlernen - und vielleicht auch eines Tages seine Kinder.