Thüringen Bande "Saat des Bösen" soll 17-Jährigen wochenlang gequält haben

Mit Hilfe von Spezialkräften des Landeskriminalamtes (Archivbild) ist es gelungen, einen weiteren 23-jährigen Verdächtigen festzunehmen.

(Foto: dpa)
  • Wegen erpresserischen Menschenraubs hat die Polizei drei Mitglieder der kriminellen Bande "Saat des Bösen" verhaftet.
  • Die Gruppe soll einen 17-Jährigen in einer Wohnung im thüringischen Suhl über mehrere Wochen gefesselt und gequält haben.
  • Gegen die drei Männer im Alter von 18, 21 und 23 Jahren wurde Haftbefehl erlassen.

Die Polizei hat drei Mitglieder der kriminellen Bande "Saat des Bösen" wegen erpresserischen Menschenraubs festgenommen. Gegen die drei Männer im Alter von 18, 21 und 23 Jahren wurde Haftbefehl erlassen. Außerdem werde noch gegen mindestens fünf weitere Helfer ermittelt, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Die Männer sollen einen 17-Jährigen im Dezember über mehrere Wochen in einer Wohnung im thüringischen Suhl gefangen gehalten und gequält haben. Sie hätten ihn gefesselt, mit einem Messer bedroht und verletzt sowie an einigen Körperteilen mit brennbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Außerdem sollen sie den jungen Mann zu Diebstählen und Drogenverkauf gezwungen haben.

Wenige Tage nachdem sich das Opfer bei der Polizei gemeldet hatte, habe sich ein 18-Jähriger gestellt, hieß es. Er habe ein Geständnis auch zu weiteren Straftaten abgelegt. Sein 21 Jahre alter, mutmaßlicher Komplize hat sich laut Polizei über mehrere Wochen in einer Wohnung versteckt. Er habe sich nach seiner Festnahme nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Haupttäter soll andere Bandenmitglieder zu Straftaten genötigt haben

Spezialkräfte des Landeskriminalamtes haben am Mittwoch einen weiteren 23-Jährigen festgenommen. Die Ermittler sehen in ihm den Haupttäter. Er hat nach Angaben der Polizei offenbar seine Stellung in der Hierarchie der Bande ausgenutzt, um Bandenmitglieder zu Straftaten zu nötigen. Dabei gehe es um Diebstahl, Drogendelikte und Erpressung. Es handle sich um einen polizeibekannten Intensivstraftäter.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Trio von weiteren Helfern unterstützt wurde, die ihnen etwa ihre Wohnungen als Versteck zur Verfügung stellten oder Informationen lieferten. Die Schilderungen des Opfers zum Tathergang bewerten die Ermittler als schlüssig und berufen sich dabei auch auf eine rechtsmedizinische Begutachtung seiner Verletzungen.

Die Gruppe "Saat des Bösen" fällt immer wieder durch Straftaten in Thüringen auf. Entstanden ist sie in den Jahren zwischen 2006 und 2009 im damaligen Jugendgefängnis Ichtershausen. Nach der Entlassung des Anführers entwickelte sich die Gruppe in Suhl weiter und breitete sich thüringenweit aus.

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