Tebartz-von Elst Eines Bischofs unwürdig

Franz-Peter Tebartz-van Elst hofft auf einen Freispruch.

(Foto: dpa)

Vieles, was im Bericht zur Kostenexplosion von Limburg steht, wird zu diskutieren sein. Auch, ob er rechtliche Folgen haben wird, ist offen. Sicher ist schon jetzt, dass Tebartz-van Elst Glaube, Hoffnung und Menschenliebe zerstört hat.

Ein Kommentar von Matthias Drobinski

Den Freispruch wird es nicht geben, den sich Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst von dem Bericht der kirchlichen Untersuchungskommission erhofft, von dem er offenbar meint, dass er einen Anspruch auf ihn hat.

Wie immer nach staatlichem Recht und katholischem Kirchenrecht zu bewerten ist, was beim Bau der Bischofsresidenz über der Lahn geschah: Wenn der Familienbischof der Bischofskonferenz an Geld geht, mit dem einst arme Familien unterstützt wurden, um die Kosten des Baus geheim zu halten - dann hat er vor allem ein geistliches Problem.

Affäre um Tebartz-van Elst Bischof soll Geld aus Stiftung abgezweigt haben

Tebartz-van Elst hat ein Problem mit seinem Hirtenamt, wenn seine Angst vor den Gläubigen im Bistum so groß ist, dass er ein System der Vertuschung und Einschüchterung errichten lässt und mitträgt, statt sich der Diskussion und auch kritischen Fragen der ihm anvertrauten Menschen zu stellen. Er hat ein Problem mit der Botschaft des Evangeliums, wenn er davon ausgeht, dass das Bischofsamt bedeutet, dass die Selbstverwirklichung immer auch Gottesverwirklichung ist.

Unübersehbare Probleme

Über vieles, was in dem Bericht der Bischofskonferenz steht, wird man streiten können und müssen - diese Probleme aber sind unübersehbar. Deshalb ist ja auch im Bistum Limburg das Vertrauen zwischen dem Bischof und den meisten Gläubigen zerstört - nicht einmal so sehr, weil der Bischof die Kosten beim Bau des Diözesanen Zentrums St. Nikolaus falsch eingeschätzt hat oder sämtliche Buchungstricks nutzte, um diese Kosten vor den Gremien des Bistums und der Öffentlichkeit zu verbergen.

Dies alles sind die Symptome des Syndroms: Hier ist jemand in einem System aus Täuschung, Selbsttäuschung und Lüge gefangen. Das hat durchaus auch tragische Züge. Tebartz-van Elst hat falschen Ratgebern wie seinem Generalvikar Franz Kaspar vertraut, er ist persönlich offenbar zudem so veranlagt, dass er aus dem Kokon der Selbsttäuschung nicht herauskommt. Es bleibt aber als Fazit: Der Bischof hat Glaube, Hoffnung und Menschenliebe zerstört. Mit dem Amt des Bischofs ist das unvereinbar.