Schiffsbergung vor Giglio "Costa Concordia" ist aufgerichtet

Ende einer riskanten Bergungsaktion: Nach einem 19-Stunden-Manöver ist das havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio aufgerichtet. Bis das Wrack schwimmfähig ist und abtransportiert werden kann, dauert es allerdings noch.

Die havarierte Costa Concordia ist wieder aufgerichtet. Die schwierige Bergungsaktion des Kreuzfahrtschiffes sei abgeschlossen, teilte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli am Dienstagmorgen auf Giglio mit. Gabrielli und Vertreter der Bergungsteams umarmten sich, im Hafen von Giglio heulten die Schiffssirenen.

"Besser hätte es nicht laufen können", sagte ein Mitarbeiter des Bergungsteams über die nach etwa 19 Stunden beendete Operation. Das spektakuläre Aufrichten galt als einzigartige Aktion, denn es bestand das Risiko, dass die Costa Concordia auseinanderbrechen könnte.

Am Montag und in der Nacht hatte sich das Bergungsteam damit befasst, mit einem hydraulischen System das vor gut 20 Monaten vor der italienischen Insel Giglio gekenterte Schiff aufzurichten. Der Kreuzfahrtriese musste aus seiner eingekeilten Lage zwischen zwei Felsen befreit und um insgesamt 65 Grad gedreht werden. Millimeter für Millimeter wurde der Stahlkoloss mit Seilen, Flaschenzügen und Schwimmkörpern in die Senkrechte gebracht. Nun soll das Wrack stabilisiert werden. Provisorisch schwimmfähig gemacht, soll es im ersten Halbjahr 2014 abtransportiert und verschrottet werden.

Bis zum Morgengrauen

mehr...

Ein Jahr lang hatten Spezialisten das Mammutprojekt vorbereitet. Es ist die bisher teuerste Bergung eines Schiffswracks, die Kosten werden auf mehr als 600 Millionen Euro geschätzt. Noch nie zuvor haben Ingenieure mit dieser speziellen Technik ein derart großes Schiff unter solch schwierigen Bedingungen geborgen. Die Costa Concordia ist dreimal so lang wie ein Fußballfeld, mehr als doppelt so groß wie die Titanic und wiegt mehr als 100.000 Tonnen.

Das Schiff war im Januar 2012 vor der Insel auf einen Felsen gefahren und gekentert, 32 Menschen starben bei dem Unglück. Zwei Leichen wurden noch nicht geborgen und auch am Montag zunächst nicht gefunden. Die Bergungsteams hoffen, sie nach dem Aufrichten noch ausfindig zu machen. An Bord waren mehr als 4000 Menschen. Bei der Evakuierung in der Januar-Nacht gab es chaotische Szenen sowie zahlreiche Probleme und Verzögerungen. Kapitän Francesco Schettino muss sich gegenwärtig in Grosseto in der Toskana vor Gericht verantworten.

Bis zum Morgengrauen

mehr...