Prozess Angeklagte in Köln bestreiten, illegales Autorennen gefahren zu sein

Einer der Beschuldigten gibt zu, Schuld am Tod einer 19-jährigen Radfahrerin zu sein. Über seinen Anwalt lässt er jedoch ausrichten: "Ich trage keine strafrechtliche Verantwortung."

Nach dem Tod einer Radfahrerin bei einem mutmaßlich illegalen Autorennen in Köln hat vor dem Landgericht der Prozess begonnen. Zwei 22 und 23 Jahre alte Männer müssen sich wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Laut Anklage kam der Wagen des 23-Jährigen mit hohem Tempo von der Straße ab und erfasste eine junge Frau auf ihrem Fahrrad. Die 19-Jährige starb drei Tage später an ihren Verletzungen. Am ersten Verhandlungstag gestand der 23-Jährige, den Unfall im April 2015 verursacht zu haben. Er bestritt jedoch, sich mit seinem Bekannten ein Rennen geliefert zu haben.

Der Verteidiger des 23-Jährigen verlas eine Erklärung seines Mandanten. Demnach seien die beiden jungen Männer mit hoher Geschwindigkeit hintereinander hergefahren und hätten an roten Ampeln mit dem Gaspedal gespielt. Vor einer Kurve habe der 23-Jährige stark beschleunigt und dann die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. "Ich denke jeden Tag an den Unfall. Es tut mir unendlich leid, dass durch mein Verhalten ein Mensch gestorben ist." Statt dem erlaubten Tempo 50 soll der Angeklagte mindestens 96 Stundenkilometer schnell gewesen sein.

Der zweite Fahrer fühlt sich "moralisch mitschuldig"

Der Anwalt des 22-Jährigen verlas eine Aussage, wonach dieser zwar zügig, aber nicht grob verkehrswidrig gefahren sei. "Ich trage keine strafrechtliche Verantwortung, fühle mich aber moralisch mitschuldig", ließ der Angeklagte vortragen.

Wenige Wochen vor dem Unfall war in Köln ein ebenfalls Unbeteiligter Opfer eines illegalen Rennens geworden, als ein Raser ein Taxi rammte. Die Polizei versucht mit einer speziellen Ermittlungsgruppe, Raser und illegale Rennen einzudämmen.

"Egal, wie das Urteil ausgeht - es macht den Tod der Tochter nicht ungeschehen", sagt der Rechtsanwalt, der vor dem Landgericht Köln die Eltern der 19-Jährigen als Nebenkläger vertritt. "Aber vielleicht trägt eine angemessene Bestrafung dazu bei, dass Menschen im Straßenverkehr künftig vernünftiger handeln."