Offener Brief Woody Allen weist Missbrauchsvorwürfe zurück

"Unwahr und erbärmlich": Woody Allen hat die Missbrauchsvorwürfe seiner Tochter entschieden zurückgewiesen. Seine Sprecherin sagt, Allen werde bald auf Dylan Farrows offenen Brief reagieren.

Woody Allen hat die Missbrauchsvorwürfe seiner Adoptivtochter Dylan Farrow als "unwahr und erbärmlich" zurückgewiesen. Seine Sprecherin teilte am Sonntag mit, dass der Regisseur "sehr bald" auf den am Wochenende veröffentlichten Brief der 28-Jährigen reagieren werde.

Dem US-Sender CNN zufolge wies Sprecherin Leslee Dart darauf hin, dass Allen in Zusammenhang mit den Vorwürfen in den 1990er Jahren nach einer "gründlichen Untersuchung" nicht angeklagt worden sei.

In einem Brief, der im Rahmen der Kolumne des New York Times-Journalisten Nicholas Kristof veröffentlicht wurde, schilderte Farrow angeblichen sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, als sie sieben Jahre alt war. "So lange ich mich erinnern kann, hat mein Vater Dinge getan, die ich nicht mochte", führte Farrow weiter aus. Sie wolle nicht länger schweigen. Dass der Regisseur nie verurteilt worden und stattdessen für seine Filme gefeiert worden sei, habe ihr schwer zugesetzt.

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Vorwürfe seit 1992 bekannt

Es war das erste Mal, dass Dylan Farrow sich öffentlich detailliert zu dem angeblichen Missbrauch äußerte. Ihre Mutter, die Schauspielerin Mia Farrow, hatte die Vorwürfe erstmals 1992 gegen ihren damaligen Lebensgefährten Allen erhoben. Zuvor hatte sie entdeckt, dass Allen ein Verhältnis mit ihrer damals 19-jährigen Adoptivtochter Soon-Yi Previn aus einer früheren Beziehung hatte.

In dem folgenden Sorgerechtsprozess verlor Allen das Sorgerecht für Dylan, die Missbrauchsermittlungen wurden aber eingestellt. Der heute mit Previn verheiratete Allen warf Farrow seinerzeit vor, die Missbrauchsvorwürfe aus Rachsucht konstruiert zu haben und die Kinder in ihrem Sinne zu manipulieren.

Seither hat der vierfache Oscar-Preisträger die Missbrauchsvorwürfe stets zurückgewiesen.