Viele sind schon tot
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Viele seiner Untergebenen blieben in Argentinien und Uruguay, sie prägten ganze Ortschaften, inzwischen sind die meisten von ihnen gestorben. Zu den Überlebenden zählt der frühere Torpedomechaniker Hans Eubel, heute 92 Jahre alt, im Vorwort eines gerade erschienen Buches von Daniel Acosta y Lara und Federico Leicht zum Thema berichtet er: "Ich erinnere mich noch genau an meine Gefühle an jenem Sommerabend, als das Schiff auf Befehl unseres Kommandanten Hans Langsdorff gesprengt wurde. Ihm verdanken wir alle unsere Leben."
Die Admiral Graf Spee ging brennend unter, aber sie tauchte immer wieder auf. In Büchern, Filmen, einem Theaterstück. Und 2004 begann einer der größeren Bergungsversuche, trotz Protestes der rot-grünen Bundesregierung. Ein Kran fischte einen Entfernungsmesser heraus. 2006 holte die Privatfirma des landesweit bekannten Unternehmers Alfredo Etchegaray, seines Bruders Felipe und ihres Partners Bado dann unter internationaler Aufmerksamkeit einen 400 Kilo schweren Bronzeadler mit Hakenkreuz hervor. Da wurde es dann endgültig heikel.
Etchegaray wollte seine Entdeckung im Jetset-Ort Punta del Este versteigern. Ein Franzose bot angeblich mehrere Millionen Dollar. Aus berechtigter Sorge vor neonazistischer Begeisterung verhinderten Uruguays Behörden die Auktion. Der Adler lagert unter Aufsicht der Marine und Ausschluss der Öffentlichkeit, viele Politiker und andere würden ihn dort am liebsten verstauben lassen.
Wem gehört der Schrott?
Nazi-Symbole sind in Ländern wie Uruguay und Argentinien zwar keineswegs verboten, Restposten tauchen immer wieder auf Flohmärkten oder in Ramschläden auf. Aber zum Glück interessiert das Zeug fast niemanden und ist politisch unpopulär. Außerdem glaubt Héctor Bado zu wissen, wer in seiner Heimat den bisher entscheidenden diplomatischen Treffer setzte: "Die Deutschen sind vollkommen dagegen." Dabei hätten die Deutschen eigentlich nichts mehr zu sagen in dem Fall, findet er: "Das Schiff ist eindeutig uruguayisch."
Noch ist umstritten, wem der Schrott tatsächlich gehört, Deutschland, Uruguay oder Privatiers. Einem Schriftstück aus dem Jahre 1940 zufolge erwarb damals ein Uruguayer namens Julio Vega den abgetauchten Torso. Vor einigen Jahren sicherten sich die Etchegarays und Bado die Rechte. Seit Freitag ist der Zwist zumindest unterbrochen. Tauchleiter Bado hofft, die Wogen mögen sich nach Uruguays Präsidentschaftswahl in diesem Herbst zu Gunsten seines Suchtrupps glätten. Er vermutet hinter noch weitgehend intakten Stahlwänden der Admiral Graf Spee lohnende Details. "Man kann die Geschichte nicht auslöschen", sagt er. Ich weiß nicht, wovor die Deutschen Angst haben."
Zuletzt wollte er tonnenschwere Artilleriegeschütze heben, doch die schwimmende Krananlage ging kaputt. Bado sieht Saboteure und Räuber am Werk. Spätestens nächstes Jahr will er weitermachen. Und zum Todestag am 19. Dezember 2009 treffen sich die letzten Veteranen des Streitobjekts am Grab ihres Kapitäns Langsdorff in Buenos Aires. 70 Jahre und zwei Tage, nachdem vor Montevideo die Admiral Graf Spee aus Wilhelmshaven versank.
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"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(SZ vom 29.6.2009/bre/cat)
Kapitalabzug aus Südeuropa