Namensänderung nach Hochzeit US-Amerikaner drohte Führerscheinentzug

Männer dürfen heute weinen, zu Hause bei den Kindern bleiben, nach der Hochzeit den Namen ihrer Frau annehmen: Letzteres hat einen Mann aus Florida jetzt jedoch unter Betrugsverdacht geraten lassen. Ihm sollte der Führerschein entzogen werden.

Sexismus geht auch anders: "Aus Liebe" nimmt Lazaro Dinh, ehemals Lazaro Sopena, den Nachnamen seiner Frau an. Obwohl dem gebürtigen Kubaner bereits ein neuer Führerschein mit geändertem Namen ausgestellt wurde, wird ihm dieser über ein Jahr später entzogen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Die Begründung der Behörden: Betrug.

Der 40-jährige Immobilieninvestor wollte lediglich seiner brüderlosen Gattin ermöglichen, ihren Familiennamen an die nächste Generation weiterzugeben. Pass und Führerschein wurden bereits neu ausgestellt, ein Jahr später kam dann der Brief vom zuständigen Department of Motor Vehicles: Dinh, auch von jenem Kraftfahrzeugamt schon mit neuem Namen angesprochen, soll versucht zu haben, sich den Schein zu erschwindeln.

Bei einem Telefonat mit dem Büro der DMV erhält Dinh den Rat, seinen Namen legal vor Gericht ändern zu lassen - eine Prozedur, die Dinh mehrere Monate und 400 US-Dollar kosten würde. Seine Erklärung, er habe geheiratet, stößt auf Unverständnis: "Das funktioniert nur bei Frauen", sagt ihm ein DMV-Mitarbeiter. Dinhs Anwalt teilte Reuters später mit, der Bundesstaat Florida habe wohl ein antiquiertes Weltbild, in dem Frauen nur ein Anhang des Mannes wären.

Das Kraftfahrzeugamt in Tallahassee lenkt schließlich doch noch ein und macht alle Maßnahmen wieder rückgängig. Man habe einen Fehler gemacht, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Zudem treffe man gerade Vorkehrungen, die sicherstellen sollen, dass es bei heiratsbedingten Namensänderungen nicht mehr zu solchen Vorfällen komme - egal ob Mann oder Frau.

Trotz der Eingeständnisse der DMV trifft die Behörde nicht die alleinige Schuld. In nur neun von 50 Bundestaaten der USA gibt es ein Gesetz, das Männern einen ehelichen Namenswechsel explizit erlaubt - Florida gehört nicht dazu. Dinh habe sich schließlich an die Medien gewandt, um sich für eine neue Gesetzeslage stark zu machen und anderen Männer die Frustration und Mühen zu ersparen. Eine klarere, geschlechtsneutrale Regelung könnte zudem auch eine wichtige Basis für die Gleichstellung homosexueller Paare sein.