Nach Amoklauf an Grundschule Bürger von Newtown tragen Kinder zu Grabe

Nach dem Amoklauf in der US-Kleinstadt Newtown haben Angehörige und Bürger erste Opfer beigesetzt. In großen Trauerfeiern verabschiedeten sie sich von zwei sechsjährigen Jungen. Das Massaker hat erneut eine Debatte über die Waffengesetze in den USA angestoßen.

Nach dem Massaker an einer Grundschule in der US-Kleinstadt Newtown haben Angehörige und Bewohner am Montag Abschied von zwei sechsjährigen Jungen genommen. Jack Pinto und Noah Pozner sind die ersten der 20 getöteten Kinder, die beerdigt wurden. Heute soll der Unterricht an der Schule fortgesetzt werden.

"Wenn Noah nicht von uns genommen worden wäre, wäre er ein großer Mann geworden", sagte sein Onkel Alexis Haller in seiner Trauerrede."Es ist so unfassbar tragisch, dass keiner von uns Noah zurückbringen kann. Aber wir können Noah immer in uns tragen. Wir können uns an die Freuden erinnern, die er uns beschert hat.", sagte sein Onkel. Seine Zwillingsschwester Arielle überlebte das Massaker vom vergangenen Freitag, weil sie in einem anderen Klassenzimmer unterrichtet wurde als ihr Bruder. Bei der Beerdigung des sechsjährigen Jack Pinto sagte ein Trauergast: "Die Botschaft lautete: 'Du bist nun sicher. Das Schlimmste ist vorüber."

Hunderte Trauergäste waren bei den Feiern anwesend. Kameras waren nicht zugelassen. "Wenn man diese kleinen Särge sieht, bricht es einem das Herz", zitiert die Nachrichtenagentur dpa den Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy. Weitere Opfer sollen diese Woche beigesetzt werden. Am Tag zuvor hatten zahlreiche Menschen aus Newtown gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama der Toten gedacht.

Das Attentat hat eine Debatte über das Waffenrecht ausgelöst

Der 20-jährige Adam Lanza hatte am vergangenen Freitag in Newtown 27 Menschen und sich selbst getötet. Unter seinen Opfern befanden sich 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren, sowie sieben Erwachsene, darunter auch die Mutter des Attentäters.

Die Ermittlungen der Behörden gehen nur langsam voran. Nach wie vor ist das Tatmotiv unklar. Polizeioffizier Paul Vance versprach am Montag erneut lücklenlose Aufklärung. Das Wall Street Journal berichtete, Lanza habe vor seiner Tat zu Hause einen Computer zerstört. Dies könne die Ermittlungen der Polizei erschweren, hieß es. Experten versuchten, die Dateien auf dem Computer zu retten. Sie könnten möglicherweise wichtige Erkenntnisse über das Verbrechen enthalten, so die Zeitung.

Das Attentat hat in den USA eine Debatte über Waffengesetze ausgelöst: "Ich werde handeln", versprach US-Präsident Barack Obama. In den kommenden Wochen werde er persönlich "alle Macht, die das Amt bietet" nutzen, um Tragödien wie diese zu verhindern.

Allerdings seien Gewalttaten mit Schusswaffen ein komplexes Problem, das eine "umfassende Lösung" verlange, hieß es am Montag aus dem Weißen Haus. Eine schärfere Kontrolle der Waffenverkaufs sei nicht die einzige Lösung, um Bluttaten wie am vergangenen Freitag im US-Staat Connecticut zu verhindern, sagte Regierungssprecher Jay Carney.