Meteoriten-Einschlag in Russland Meteoriten, die die Erde verwüsten können

Denn Meteoriten lassen sich grob in drei Kategorien einteilen. Die größten unter ihnen können die Erde verwüsten. Diese kilometergroßen Gesteinsbrocken sind und werden von Wissenschaftlern katalogisiert. "Da ist in den nächsten Jahrhunderten keiner auf Kurs, der gefährlich für die Erde werden könnte", sagt Voss. Von den mittelgroßen Meteoriten sind so viele im Umlauf, dass es den Forschern bisher nicht gelungen ist, alle zu finden und ihre Umlaufbahn detailliert zu beschreiben. "Doch die größten Probleme machen die ganz kleinen", sagt der Experte. Sie frühzeitig zu entdecken, sei unmöglich.

Zurzeit beschäftigt sich mit dem Aufspüren der Meteoroiden besonders die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der USA (NASA). In Deutschland gibt es kein offizielles Suchprogramm. "Offizielle regierungsfinanzierte Projekte findet man nicht in Mitteleuropa." Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen ist es in der Bundesrepublik seit 50 Jahren schon nicht mehr dunkel genug, um die dafür erforderlichen Beobachtungen durchführen zu können. "Deutschland ist zu dicht besiedelt, das Stadtlicht hat extrem zugenommen." Zum anderen fehlt das Geld für solche Projekte.

Um alle Meteoroiden erfassen zu können und ein perfektes Warnsystem aufzubauen, bräuchte man Hunderte von Riesen-Teleskopen - doch die kosten Milliarden oder sogar Billionen Euro, sagt Voss. Und so übernehmen bisher vor allem die USA mithilfe von Millionen-Projekten die Aufspürung der Meteoriten. Meist sind die auch nicht auf direktem Kollisionskurs mit der Erde, sondern noch Jahrzehnte entfernt. "Die lassen sich exakt berechnen, wenn man ihren Kurs monatelang verfolgt."

Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Im Fall des Meteoriten in Russland wäre ein Aufspüren mit den derzeitigen Mitteln nicht möglich gewesen, sagt Rainer Kresken, Raumfahrtingenieur der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) : "So ein Objekt, wie da in Russland runtergekommen ist, ist mit den heutigen Mitteln der Technik praktisch nicht zu entdecken vorher."

Vor einigen Jahren sei ein Meteorit ähnlicher Größe in der afrikanischen Wüste aufgeschlagen. Damals wurde erst kurz zuvor entdeckt, dass ein metergroßer Stein auf die Erde zufliegt. Doch glücklicherweise traf dieser Gesteinsbrocken auf unbewohntes Gebiet - so wie in etwa 90 Prozent der Fälle. "Natürlich kann sowas aber überall auf der Erde passieren, es ist alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit", sagt Astronom Voss.

Aber hätte man den Meteoriten überhaupt umleiten können, wenn er frühzeitig entdeckt worden wäre? Nur sehr schwer, sagt der Experte. So gebe es rein theoretisch Möglichkeiten mit Atombomben das Zerbröckeln des Körpers schon in größerer Höhe herbeizuführen, sodass die Druckwelle gar nicht erst die Erde erreicht. Doch Voss gibt zu bedenken: "Noch fehlen dafür aber Computerprogramme, die die Position der kleinen Meteoriten derart exakt messen können, dass sie sicher getroffen werden können. Die technische Machbarkeit ist weniger das Problem."