sueddeutsche.de: Warum sind die Menschen dort stehen geblieben?

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Anne S.: Die Situation war völlig absurd: Ich stand unten und hatte furchtbare Angst. Gleichzeitig standen Leute ein paar Meter über mir und fotografierten und filmten, wie wir schrien, um Hilfe riefen und die Leute, die unter dem umgefallenen Bauzaun begraben waren, einfach übertrampelt wurden. Irgendwie habe ich es dann doch noch auf die Treppe geschafft. Als ich endlich oben war, habe ich verzweifelt einen anderen Ausgang gesucht, doch weder Ordner noch Polizei konnten mir helfen.

sueddeutsche.de: Hätte die Polizei die Massenpanik verhindern können?

Anne S.: Wenn die Beamten den Tunnel nicht abgesperrt hätten, wäre es vielleicht nie soweit gekommen, aber darüber kann ich nur spekulieren. Als die Situation zu eskalieren drohte, konnten die Polizisten aber schon nichts mehr ausrichten. Ich stand einige Minuten direkt an eine junge Polizistin gedrückt - sie hatte genauso große Angst wie ich.

sueddeutsche.de: Glauben Sie, die Veranstalter hätten die Loveparade nach der Katastrophe abbrechen sollen?

Anne S.: Dann wären nur noch mehr Menschen auf den Tunnel zugestürzt und es hätte noch mehr Tote geben können. Auch denjenigen, die weiterfeierten, mache ich keinen Vorwurf. Als ich aus dem Hexenkessel heraus war, bin ich ein paar Schritte gegangen und habe viele Leute gesehen, die überhaupt nichts von dem Unglück mitbekommen hatten. Aber woher sollten sie auch davon erfahren haben? Das Handynetz war zusammengebrochen, es gab keine Lautsprecherdurchsagen. Nein, diese Entscheidung halte ich für richtig.

*Name geändert.

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  1. "Sensationsgierige haben die Stufen blockiert"
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(sueddeutsche.de/bavo)