Tödliche Schüsse auf Landrat Ermittler suchen weiter Motiv für Mord in Hameln

Tödliche Schüsse im Kreishaus: Ein Mann hat im niedersächsischen Hameln den Landrat Rüdiger Butte erschossen. Anschließend tötete er sich selbst. Das genaue Motiv ist bisher unklar.

Trauer und Entsetzen in Hameln: Nach den tödlichen Schüssen auf Landrat Rüdiger Butte (SPD) steht die Stadt im Weserbergland weiter unter Schock.

"Warum? Zurück bleiben Trauer, Verzweiflung, Tränen und die Frage nach dem Warum", steht auf einem Zettel, der zwischen Blumen und Kerzen vor dem Kreishaus liegt. Dort geschah das Verbrechen, im Amtszimmer des 63-Jährigen. Der Täter, ein 74 Jahre alter Mann, hatte Butte mit einem Revolver erschossen und sich nach der Bluttat selbst getötet.

Die Polizei ermittelt weiter. Fest steht, dass dem Verbrechen jahrelange Querelen des Täters mit der Justiz und der Verwaltung vorausgegangen waren. Über das genaue Motiv des Schützen wissen die Fahnder auch am Wochenende nichts.

Die Behördenmitarbeiter sind schockiert. "Die Angehörigen des Landeskriminalamtes Niedersachsen sind fassungslos, erschüttert und traurig", beschreibt Uwe Kolmey, Präsident des LKA und seit 2005 Nachfolger von Rüdiger Butte, die Situation.

Das Verbrechen ist das beherrschende Thema in der Stadt - in den Geschäften, beim Bäcker, an der Tankstelle und auf den Titelseiten der Tageszeitungen. In einem Supermarkt gegenüber dem Kreishaus kaufen etliche Menschen Blumen zum Gedenken an das Opfer.

Trauer über Tod eines "immer freundlichen, zugewandten" Menschen

Niedersachens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigte sich am Freitag "tief betroffen". Butte sei ein "wunderbarer Mensch" gewesen, "immer freundlich, zugewandt und motivierend". Das Mitgefühl der Landesregierung sei bei Buttes Frau und dessen Familie.

"Mir fehlen die Worte nach solch einer grausamen Tat", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) nach Ministeriumsangaben. Butte sei ein gradliniger, kompetenter und erfahrener Kommunalpolitiker sowie ein ausgewiesener Kriminalist und allseits geschätzter Kollege in der Polizei gewesen.

Auch die evangelische Kirche zeigte sich bestürzt: "Ich bin schockiert und tief betroffen über die Ermordung des Landrats Rüdiger Butte. Ich habe ihn bei unseren persönlichen Begegnungen als engagierten und den Menschen zugewandten Politiker kennen- und schätzen gelernt", sagte Landesbischof Ralf Meister.

Die Gewerkschaft der Polizei reagierte mit großer Erschütterung und Trauer auf den Tod des 63-Jährigen. Butte, der vor seiner politischen Laufbahn das Landeskriminalamt Niedersachsen geleitet hatte, sei ein "überaus fachkundiger und sehr akzeptierter Fachmann in Fragen der Inneren Sicherheit" gewesen, sagte GdP-Landeschef Dietmar Schilff.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels berichteten wir, dass der Tat in Hameln ein jahrelanger Streit um den Waffenbesitz des Täters vorausgegangen war. Diese Informationen haben wir den Nachrichtenagenturen entnommen, sie sind mittlerweile überholt.