Aus den Trümmern des eingestürzten Kölner Stadtarchivs können Einsatzkräfte immer wieder wertvolle Stücke bergen.
Einsatzkräfte haben aus den Trümmern des Kölner Stadtarchivs eine weitere bedeutende mittelalterliche Handschrift des Philosophen Albertus Magnus und Akten von Konrad Adenauer aus seiner Zeit als Kölner Oberbürgermeister (1917-33) geborgen. Nachdem bereits zuvor die erste der beiden Magnus-Handschriften gefunden worden war, ist dies ein weiterer Erfolg bei der Suche nach den wertvollen Archivalien.
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Die Bergung von wertvollen Stücken aus dem Kölner Stadtarchiv geht weiter. (© Foto: dpa)
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Nach der Bergung der zwei Toten aus den Trümmern des am 3. März eingestürzten Stadtarchivs prüfen laut Spiegel unterdessen die Ermittler, ob ein Herstellungsfehler oder eine falsche Berechnung der Wände in der U-Bahn-Baustelle das Unglück ausgelöst haben könnten.
Anlass dazu seien Zeugenaussagen, die sich aber widersprächen. Die Ermittler hegten den Verdacht, dass die Zeugenaussagen in einer der beteiligten Firmen abgesprochen worden sein könnten, um von Fehlern abzulenken, berichtete das Nachrichtenmagazin. Bauarbeiter eines Unternehmens vor Ort hätten berichtet, dass Teile der sogenannten Schlitzwand plötzlich eingebrochen seien. Dabei seien große Mengen Wasser und Kies in die unterirdische Baustelle gespült worden. Mitarbeiter einer anderen Firma hätten dagegen ausgesagt, das Wasser sei am Boden in die Baustelle eingedrungen.
Stadt, Feuerwehr und die Kölner Verkehrs-Betriebe wollen an diesem Sonntag zu ersten Gutachten und Aussagen zur Unglücksursache informieren. Der Direktor der Weimarer Anna Amalia Bibliothek, Michael Knoche, zeigte sich am Samstag bei einem Besuch der Unglücksstätte erschrocken über die "Plötzlichkeit dieser Kulturkatastrophe".
Er besuchte neben dem Trümmerfeld an der Severinstraße auch die Lagerhallen in Köln-Porz, wo der Schutt in Handarbeit nach Fragmenten und Schnipseln durchsucht wird. Knoche bezeichnete die "Erstversorgung" der geborgenen Schätze als hervorragend.
In der Domstadt gehe es um den Verlust von mittelalterlichen Schätzen einer bedeutenden Metropole Europas, sagte Knoche der Deutschen Presse-Agentur. In den letzten Jahrzehnten seien kulturelle Stätten in Deutschland durch Katastrophen besonders betroffen gewesen - beim Elbehochwasser in Dresden, beim Brand in Weimar und nun beim Archiveinsturz in Köln. Deshalb sei er bei aller Erschütterung über den Einsturz des Archivs froh zu sehen, dass trotzdem fast täglich Unikate gerettet und erhalten werden könnten.
In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar war bei einem verheerenden Brand im September 2004 ein Teil der wertvollen Büchersammlung zerstört worden. Sie stellte ein einmaliges Kulturzeugnis der deutschen Philosophie- und Literaturgeschichte dar. Gerettet wurden mittelalterliche Handschriften, Inkunabeln, Globen und Landkarten, sowie die weltweit größte Faust-Sammlung und Nietzsches Privatbibliothek.
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(dpa/vw)
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