Seit vielen Jahren schon erschüttern immer neue Missbrauchsfälle auch die katholische Kirchen in den USA. Riesige Beträge flossen als Entschädigungen. Jetzt rückt ein Bischof als bislang ranghöchster Vertreter ins Visier der Justiz.
In dem seit Jahren schwelenden Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA ist erstmals ein Bischof angeklagt worden. Robert Finn von der Diözese Kansas City-Saint Joseph wird vorgeworfen, Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern durch einen ihm untergebenen Priester nicht gemeldet zu haben, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.
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Auf dem Laptop des Geistlichen Shawn Ratigan waren bereits im Dezember hunderte kinderpornografische Fotos von kleinen Mädchen gefunden worden. Der Bischof hatte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Grund zu der Annahme, dass für die Aufnahmen ein Kind missbraucht worden war.
Die kinderpornografischen Fotos waren bei Wartungsarbeiten auf dem Computer des Priesters entdeckt worden. Die Diözese meldete den Fall aber erst fünf Monate später der Polizei. Nach Angaben der Familie eines betroffenen Mädchens, die in dem Fall auch zivilrechtlich gegen die Kirche vorgeht, versuchte die Diözese sogar, dem Priester dabei zu helfen, den Fall zu vertuschen. So sei etwa Ratigans Computer zerstört worden.
Im August wurde dann Anklage gegen den 45-jährigen Priester erhoben. Er muss sich unter anderem wegen des Besitzes und der Herstellung von Kinderpornografie vor Gericht verantworten. Der Priester war der New York Times zufolge im Mai festgenommen und wegen anzüglicher Fotos angeklagt worden, die er von jungen Mädchen während einer Osterveranstaltung gemacht hatte. Gerichtsdokumenten zufolge besuchte er zwischen Dezember 2010 und Mai des darauffolgenden Jahres zahlreiche Kindergeburtstage, verbrachte Wochenenden mit Familien aus der Gemeinde und leitete mit Billigung des Bischofs die Kommunionfeier eines Mädchens.
Vor Gericht plädierte der Bischof am Freitag (Ortszeit) auf nicht schuldig. Er wies jede strafbare Handlung zurück. Der Geistliche habe aber eingeräumt, bereits im Dezember von eindeutigen Fotos gewusst zu haben, die der Priester von einem jungen Mädchen gemacht habe. Erst im Mai habe er sich dann schließlich an die Polizei gewandt.
In einer Erklärung des Bischofs und der Diözese heißt es: "Wir werden diesen Bekanntmachungen (der Staatsanwaltschaft) mit steter Entschlossenheit und einer energischen Verteidigung begegnen." Finn teilte mit: "In tiefem Glauben werden wir diesen Sturm überstehen und unsere Mission erfüllen, auch Zeiten der Bedrängnis."
Das Image der katholischen Kirche in den USA ist durch eine Reihe von Missbrauchsskandalen schwer angeschlagen. Allein 2010 wurden fast 700 mutmaßliche Übergriffe gemeldet, die allerdings oft schon Jahrzehnte zurücklagen. Vor knapp zehn Jahren war die Kirche mit ihrem bisher wohl größten Missbrauchsskandal konfrontiert. Im Zentrum stand die Erzdiözese Boston (US-Staat Massachusetts), die sich im Jahre 2003 verpflichtete, einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an Hunderte Menschen zu zahlen. Auch in Kalifornien verpflichtete sich die katholische Kirche zu Entschädigungen. Landesweit sollen in den USA die Zahlungen in die Milliarden gegangen sein. Auch in Deutschland, Irland, Österreich, der Schweiz, Belgien und in Italien wurden Missbrauchsskandale um katholische Geistliche bekannt.
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(dpa/AFP/lala)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
"Robert Finn von der Diözese Kansas City-Saint Joseph wird vorgeworfen, Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern durch einen ihm untergebenen Priester nicht gemeldet zu haben, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit."
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Der Befehl alles Entsprechende ja unter der Decke zu halten und möglichst zu 'vertuschen' , kam Anfang des Jahrtausends direkt aus Rom und zwar von Johannes-Paul II., der demnächst römisch-katholisch heilig gesprochen werden soll, weil er einer kranken, französischen Nonne zur Heilung verholfen haben soll.
Es gibt ja auch sonst nichts Wichtigeres.
Wenn man den Konzern "katholische Kirche" sieht, dann wird durch die Abspeisung der hierzulande Betroffenen das Ebit wieder gerettet. Toll.
Wann wird hierzulande eigentlich mal gegen ranghohe kirchliche Vorgesetzte aufgrund ähnlicher Delikte ermittelt?
Da wird ja wohl nicht alles schon verjährt sein?