Indien Fünfjähriges Mädchen stirbt nach Vergewaltigung

Indien diskutiert über grausame Sexualstraftäter - und die Verbrechen nehmen kein Ende. In den vergangenen beiden Wochen wurden drei kleine Mädchen vergewaltigt. Nun ist eines der Kinder gestorben.

Ein vier Jahre altes Mädchen ist in Indien Medienberichten zufolge an den Folgen einer Vergewaltigung gestorben. Das Herz des Kindes habe aufgehört zu schlagen, sagte der Verwaltungschef des behandelnden Krankenhauses in der zentralindischen Stadt Nagpur.

Die Vierjährige hatte vor dem elterlichen Haus gespielt, als zwei Männer sie mit Schokolade weglockten, berichtete der Nachrichtensender NDTV. Die Eltern hätten das Kind erst am nächsten Morgen blutend in einem Feld gefunden. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden.

In der Hauptstadt Neu Delhi liegen derzeit noch zwei kleine Mädchen in einem Krankenhaus, die ebenfalls Opfer sexuellen Missbrauchs wurden. Am Freitag missbrauchte ein Täter eine Sechsjährige in einer Toilette und schlitzte ihr den Hals auf. Das Mädchen musste drei Stunden lang operiert werden. Ein 14 Jahre alter Tatverdächtiger sei festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Immer mehr Vergewaltigungen registriert

Das andere Kind, fünf Jahre alt, wurde vor zwei Wochen entführt, vergewaltigt und dann in der Wohnung zurückgelassen. Die Tat löste Proteste in Neu Delhi aus - auch wegen der angeblichen Untätigkeit der Polizei, die nach Angaben des Vaters des Kindes tagelang nichts unternahm. Außerdem sollen die Polizisten versucht haben, die Eltern zu bestechen, damit sie dies nicht öffentlich machen.

Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist seit der Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus im Dezember viel diskutiertes Thema in der indischen Öffentlichkeit.

Das hält die Täter aber nicht ab - allein in der Hauptstadt Neu-Delhi wurden in den ersten viereinhalb Monaten dieses Jahres 463 Vergewaltigungen registriert. Das seien mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor, sagte ein Polizeisprecher laut der Nachrichtenagentur IANS. Die Zahl der angezeigten sexuellen Belästigungen ist demnach sogar um mehr als das Sechsfache gestiegen.