Havariertes Kreuzfahrtschiff vor Giglio Bergung der "Costa Concordia" erst 2013

Seit acht Monaten schwimmt das Wrack der "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio. Jetzt verzögert sich die Bergung des riesigen Schiffes. Doch zur Urlaubssaison 2013 soll nichts mehr an das Unglück mit 32 Toten erinnern.

Jeden Tag werden die Bewohner des Küstenstreifes vor Giglio an die Katastrophe erinnert. Immer dann, wenn sie aus dem Fenster Richtung Meer schauen. Vor dem toskanischen Inselchen Giglio ragt auch heute noch - acht Monate nach dem Schiffsunglück - das gigantische Wrack der havarierten Costa Concordia aus dem Mittelmeer.

Das Wrack der Costa Concordia wird wohl noch bis zum Frühjahr 2013 vor der italienischen Insel Giglio liegen. Die Bergung des Kreuzfahrtschiffes verzögert sich, teilte die zuständige Regierungsbehörde jetzt mit.

(Foto: dapd)

Die Urlaubszeit in Italien hat längst begonnen, die Sonne scheint, die Wellen schwappen sanft gegen die Außenhaut des 60 Meter hohen Ozeanriesen. Der vormals strahlend weiße Lack blättert ab, das Rot ist von Wetter und Brandung ausgeblichen. Rost wächst in einem Loch, die Fenster sind stumpf.

Einen unverstellten Blick auf das Meer werden die Bewohner der Insel auch demnächst nicht haben. Denn die Bergung des Kreuzfahrtschiffes verzögert sich - und zwar bis 2013. Das seitlich im Wasser liegende Wrack werde erst zum Ende des kommenden Frühjahrs wieder aufgerichtet und seetüchtig gemacht. Das hat die für die Bergung zuständige Regierungsbehörde am Montag mitgeteilt.

Im Juni hatte Silvio Bartolotti, der Manager der italienischen Firma Micoperi, die an der Bergung des Schiffkörpers beteiligt ist, noch gesagt, man werde die Bergung schneller abschließen können, als es der Zeitplan vorsehe. Auch die an der Bergung beteiligten Rettungskräfte gingen davon aus, dass die Costa Concordia bereits Anfang 2013 gehoben wurde.

Über 300 Millionen Euro wird das schwierige Unterfangen kosten. Micoperi und das kleine amerikanische Bergungsunternehmen Titan-Salvage werden das gekenterte 44.600 Tonnen schwere Schiff zunächst in eine aufrechte Lage hieven und dann zur Demontage in einen italienischen Hafen abschleppen. So sehen es zumindest die Pläne der beiden Unternehmen vor.

Bereits im März war der Treibstoff der Costa Concordia abgepumpt worden. Auch bei der Bergung des Schiffes habe der Schutz der Umwelt höchste Priorität, ließ die Reederei Costa Crociere verlauten. 32 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben, als das Kreuzfahrtschiff am 13. Januar vor der Insel Giglio auf ein Riff lief.