Fall Sandro WagnerHeul doch!

Sandro Wagner ist sauer, weil er nicht mit darf zur Fußball-WM in Russland. Er ist mit diesem Gefühl nicht alleine. Eine kleine Liste anderer gekränkter Eitelkeiten.

Training Bayern München

Sandro Wagner

Sandro Wagner mag nicht mehr mitspielen. Und plötzlich gilt der Fußballer als beleidigte Leberwurst der Stunde. Nachdem er vom Bundestrainer nicht in den WM-Kader gewählt worden war, verkündete er in der Bild, er trete "hiermit aus der Nationalmannschaft zurück" und zweifle an der Entscheidung Jogi Löws. "Ernst nehmen kann ich das natürlich nicht." Bäm.

Ist natürlich nicht gerade feine Zurückhaltung, und auch nicht konstruktiv. Aber aus psychologischer Sicht ist eine solche groß-kleine Geste, der laute Abgang, gar nicht verkehrt. Als gefährlicher gilt psychologisch das Schmollen. Eine Kommunikationstechnik, derer sich der Mensch bedient, wenn er eine Niederlage erlitten hat. Durch den stillen Boykott, so heißt es, verschaffe er sich den kleinen Sieg. Aber ist das wirklich befriedigend? Dann doch lieber der ganz große Knall wie bei Sandro Wagner. Diese Form des öffentlichen Eklats hat schon viele Prominente emotional befreit und rehabilitiert. Ein Überblick.

Bild: Andreas Geber/picture alliance 17. Mai 2018, 20:562018-05-17 20:56:27 © SZ.de