Fahndung nach Pornodarsteller Kanadischer Mordverdächtiger in Berlin gefasst

Weltweit wurde nach einem kanadischen Pornodarsteller gefahndet, der unter Verdacht steht, einen Studenten getötet und zerstückelt zu haben. Nun hat ihn die Polizei in Berlin festgenommen.

"Wenn man einmal begonnen hat, zu töten und Blut zu riechen, kann man nicht mehr aufhören": Diese schaurige Drohung stieß ein kanadischer Pornodarsteller schon vor Monaten aus. Am 24. Mai soll er sie wahr gemacht und in seiner Wohnung in Montréal einen chinesischen Studenten mit einem Eispickel erschlagen haben. Anschließend soll er die Leiche zerstückelt, einen Film von der Tat ins Internet gestellt und Teile der Leiche an die beiden größten Parteien Kanadas geschickt haben. Nach einer weltweiten Fahndung ist er nun in Berlin festgenommen worden.

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt mit und bestätigten damit vorherige Presseberichte. Der Mann soll in einem Internetcafé im Stadtteil Neukölln in Gewahrsam genommen worden sein. Genauere Angaben machten die Behörden zunächst allerdings nicht. Zuvor hatten die Boulevardblätter Bild und B.Z. berichtet, dass der 29 Jahre alte mutmaßliche Mörder auf der Karl-Marx-Straße geschnappt worden sei.

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, ein Zeuge habe den Flüchtigen erkannt und die Polizei alarmiert. Der Gesuchte habe sich danach selbst zu erkennen gegeben. Bei der Staatsanwaltschaft hieß es, letzte Prüfungen zur Identität des Mannes liefen noch.

Nachdem der Verdächtige zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben worden war, wurde er zunächst in Paris vermutet. Sein Handy wurde in der Stadt geortet und mehrere Zeugen gaben an, ihn in der Stadt und im Umland gesehen zu haben.

Der Pornodarsteller wuchs in desolaten Verhältnissen auf; sein Lebensziel war es offenbar, berühmt zu werden. Er bewarb sich bei Casting-Shows, im vergangenen Jahr soll er ein Video verbreitet haben, in dem er junge Katzen quält und an eine Schlange verfüttert. Kurz darauf schrieb er einem Journalisten, das nächste Mal werde er einen Film drehen, "in dem man Menschen sieht und keine Katzen".

Der aktuelle Fall soll obendrein mit einem anderen grausamen Kapitel in Kanadas Verbrechensgeschichte in Verbindung stehen: Der Mordverdächtige soll eine Beziehung zu Karla Homolka gehabt haben, Kanadas berühmtester Serienmörderin. Er nannte das zwar "alles Lügen", doch die kanadische Polizei ist sich sicher. Homolka, 13 Jahre älter als der nun in Berlin verhaftete Mann, hatte mit ihrem Mann Anfang der neunziger Jahre mehrere junge Mädchen missbraucht und ermordet. Die als "Schulmädchenkillerin" in die Rechtsgeschichte eingegangene Frau hatte selbst ihre eigene Schwester betäubt, damit ihr Ehemann sie missbrauchen konnte. Die 15-Jährige war im Haus ihrer Eltern am eigenen Erbrochenen erstickt.