Erdbeben im Himalaya Naturkatastrophe trifft eines der ärmsten Länder der Welt

Ein Mann weint, als er an einer zerstörten Buddha-Statue im nepalesischen Bhaktapur vorbeigeht.

(Foto: REUTERS)
  • Nepal gehört mit seinen 31 Millionen Einwohnern zu den zwanzig ärmsten Staaten der Welt.
  • Fast die Hälfte der Kinder ist unterernährt.
  • Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist der Tourismus.

Armes Land am Südrand des Himalaya

Das Erdbeben in Zentralasien hat ein ohnehin schwer gebeuteltes Volk getroffen. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 692 US-Dollar (etwa 500 Euro) gehört Nepal zu den 20 ärmsten Staaten der Welt. Die Nepalesen haben mit 65,9 Jahren für Männer und 68,6 Jahren für Frauen die niedrigste Lebenserwartung in Asien, fast die Hälfte der Kinder ist chronisch unterernährt.

Knapp 31 Millionen Einwohner leben in dem Staat am Südrand des Himalaya, der mit etwa 147 200 Quadratkilometern etwas größer ist als Griechenland. Seit sieben Jahren erholt sich die Bevölkerung von einem zehnjährigen Bürgerkrieg, der das Land schwer gezeichnet hat. 2008 machte eine Verfassunggebende Versammlung in der Hauptstadt Kathmandu Nepal zur Republik und beendete damit die seit 240 Jahren bestehende hinduistische Monarchie.

Abhängigkeit vom Tourismus

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Neben Kathmandu mit seinen Weltkulturerbestätten zieht besonders die Hochgebirgslandschaft an der Grenze zu Tibet Urlauber an. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2012, damals besuchten etwa 800 000 Touristen das Land. Zu den beliebtesten Trekking-Routen gehört der Weg zum Mount Everest, auf dem bei dem Erdbeben am Samstag und einer dadurch ausgelösten Lawine mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen sind.

Erdbebengefahr im Himalaya

Nepal ist, wie die gesamte Himalaya-Region, stark erdbebengefährdet. Die Beben entstehen, wenn sich Gesteinsschollen im tieferen Bereich der Erdkruste ruckartig verschieben. Am Himalaya drückt die Indische Platte von Süden gegen Afghanistan und Tibet auf der Eurasischen Platte. An der Nahtstelle von Pakistan über Nepal bis Myanmar bebt deshalb häufig die Erde.

Hilfe für Nepal läuft an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will nun schnell den Finanzbedarf des Landes evaluieren. Ein Expertenteam könne nach Nepal reisen, um der Regierung bei der Einschätzung der makroökonomischen Lage und ihres Finanzbedarfs zu helfen, erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington. Der IWF korrdiniere sich mit der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank und anderen Organisationen, um die Folgen der Katastrophe zu bewerten und festzustellen, wie am besten geholfen werden könne. Auch die USA und die EU, China und Russland sagten Unterstützung zu.