Dänemark Mit Listerien verseuchte Wurst nach Schleswig-Holstein geliefert

Der Tod von zwölf Dänen nach dem Verzehr von Wurst sorgt nun auch in Deutschland für Aufregung. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Kiel wurden verseuchte Fleischwaren auch nach Schleswig-Holstein geliefert.

  • Dänische, mit Bakterien kontaminierte Wurstwaren sind offenbar auch nach Deutschland gelangt. Belastete Produkte seien nach Schleswig-Holstein geliefert worden.
  • Der in Verdacht geratene Hersteller ist Berichten zufolge schon früher auffällig geworden.
  • In Dänemark sind möglicherweise noch mehr Menschen betroffen.

Lieferung auch nach Deutschland

Mit gefährlichen Bakterien verseuchte Fleischwaren, nach deren Verzehr in Dänemark zwölf Menschen starben, sind auch an einen deutsch-dänischen Grenzhandel in Schleswig-Holstein geliefert worden. Das Landwirtschaftsministerium in Kiel sei informiert worden, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Ob die mit Listerien belasteten Fleischprodukte auch verkauft wurden, werde noch geprüft. Die Veterinärbehörde im Kreis Schleswig-Flensburg sei angewiesen worden, die Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Dem Ministerium lagen keine Informationen über mögliche Erkrankungen im Zusammenhang mit den verseuchten Lebensmitteln vor.

Allerweltskeime mit tödlichem Potenzial

Listerien in Würsten sind die wahrscheinliche Ursache für zwölf Todesfälle in Dänemark. Die Bakterien gibt es überall. Während viele eine Infektion ohne Probleme überstehen, können sie für ältere Menschen und Schwangere gefährlich werden. mehr ... Fragen und Antworten

Hersteller schon früher aufgefallen

Zuvor hatte es aus dem Lebensmittelministerium in Kopenhagen geheißen, das belastete Fleisch sei nicht ins Ausland verkauft worden. Die Wurst stammt von dem Produzenten Jørn A. Rullepølser, das Unternehmen wurde von den dänischen Behörden geschlossen. Der Zeitung Politiken zufolge hatte der Hersteller früher schon zweimal Produkte wegen Listerien zurückziehen müssen.

Zwölf Dänen starben seit September 2013 an den Folgen einer solchen Infektion, insgesamt 20 hatten sich mit den Bakterien angesteckt, die in Wurstwaren gefunden wurden. Jetzt wurden die gleichen Bakterien in einer Charge Rullepølser entdeckt - einer Schweinebauch-Spezialität. Auch Salami, Frankfurter und Lammrouladen waren verseucht.

Möglicherweise mehr Opfer

Am Mittwoch wurde bekannt, dass möglicherweise mehr Menschen betroffen sein könnten als bisher bekannt. Wissenschaftler am staatlichen Serum Institut untersuchten Proben von vier weiteren Patienten, wie die Forscher mitteilten. Die Ergebnisse sollen Anfang kommender Woche vorliegen. Von vier weiteren Patienten erwartet das Institut Proben.

Zu den Listerien gehört eine ganze Reihe von Bakterien. Für den Menschen ist vor allem das Bakterium Listeria monocytogenes gefährlich. Die Erreger sind anspruchslos und kommen mit relativ wenigen Nährstoffen aus. Die Keime stecken oft in Fleisch oder rohem Fisch und sind gerade für ältere und chronisch kranke Menschen eine Bedrohung.