Braunau in Österreich Vater missbraucht Töchter mehr als 40 Jahre

Der Fall erinnert an die Untaten von Josef Fritzl: Ein mittlerweile 80-jähriger Mann soll jahrzehntelang seine beiden Töchter gefangen gehalten und sexuell missbraucht haben. Mit körperlicher Gewalt und Drohungen schüchterte er die Frauen so ein, dass sie sich nicht trauten, zu fliehen. Ein Unglück brachte die Tat nun ans Tageslicht.

Mehr als 40 Jahre lang soll ein Mann aus Oberösterreich seine beiden Töchter gefangen gehalten, sexuell missbraucht und körperlich misshandelt haben. Der mittlerweile 80-Jährige aus dem Bezirk Braunau an der deutsch-österreichischen Grenze soll zudem mit den Töchtern jahrzehntelang nur einen Raum des Hauses bewohnt haben, wie die österreichische Polizei mitteilte. Die beiden mittlerweile 53 und 45 Jahre alten Frauen hätten auf einer kleinen Holzbank in der Küche schlafen müssen.

Trügerische Idylle: In diesem Haus in St. Peter am Hart in Oberösterreich soll ein Familienvater seine Töchter mehr als 40 Jahre lang missbraucht haben.

(Foto: REUTERS)

Das Missbrauchsdrama kam laut einer Polizeispecherin nur durch einen Zufall ans Licht: Als der Mann im Mai 2011 erneut versucht habe, eine der beiden Frauen zu vergewaltigen, habe diese sich zur Wehr gesetzt und ihren Peiniger zu Fall gebracht. Dabei sei dieser so schwer verletzt worden, dass er ohne Hilfe nicht mehr habe aufstehen können. Zunächst hätten die Töchter ihn liegen gelassen und ihm jede Hilfe verweigert. Eine Sozialarbeiterin habe den Mann zwei Tage später bei einem Routinebesuch gefunden und die Polizei verständigt.

Der Mann kam zunächst zur Behandlung in ein Krankenhaus und dann vorübergehend in ein Pflegeheim in Braunau. Mittlerweile wurde der 80-Jährige ins Gefängnis von St. Hart überstellt.

Die beiden Töchter berichteten der Polizei, dass ihr Vater immer wieder gedroht habe, sie umzubringen und sie regelmäßig mit einer Waffe eingeschüchtert habe. Er habe ihnen zudem jeden Kontakt verboten. So war es ihm gelungen, die Frauen über Jahre ans Haus zu binden. Die Töchter hatten sich nie getraut, zur Polizei zu gehen. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd, die beiden Frauen seien geistig zurückgeblieben und hätten lediglich die Volks- und Sonderschule besucht. Sie würden nun in einer sozialen Einrichtung betreut. Auch seine 2008 verstorbene Ehefrau soll der Familientyrann misshandelt haben.

Bereits im April 2008 hatte ein ähnlicher Missbrauchsfall über die Grenzen Österreichs hinaus für Schlagzeilen gesorgt: Mehr als 20 Jahre hielt Josef Fritzl seine Tochter in einem Kellerverlies unter dem Wohnhaus der Familie gefangen und verging sich vielfach an ihr. Sieben Kinder zeugte der Vater mit seiner Tochter. Auch dieser Fall flog nur durch einen Zufall auf: Eines der in Gefangenschaft geborenen Kinder erkrankte so schwer, dass es in ein Krankenhaus gebracht werden musste.