"Dr. Tod" erleidet in Augsburg eine Schlappe: Der Plastinator Gunther von Hagens darf seine Skulptur, die zwei Leichen beim Liebesakt zeigt, nicht ausstellen.
Sehr offensiv tritt er auf, wenn es um die Ausstellung und Vermarktung seiner plastinierten Leichen geht. Jetzt muss Gunther von Hagens allerdings eine Schlappe für seine "Körperwelten" einstecken: Die Stadt Augsburg hat die geplante Ausstellung eines plastinierten Geschlechtsaktes in der Leichen-Ausstellung verboten.
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Eine fragwürdige Darstellung von Liebe: Plastinator Gunther von Hagens wollte in seinen "Körperwelten" zwei Leichen zeigen, die sich gerade lieben. (© Foto: dpa)
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Der umstrittene Leichenpräparator, der auch Dr. Tod genannt wird, wollte in der derzeit in Augsburg laufenden Ausstellung von diesem Donnerstag an einen liegenden Liebesakt zeigen.
Das Paar sollte in einem geschlossenen Raum für Besucher ab 16 Jahren zu sehen sein. Dies verstoße gegen die Würde der Verstorbenen und verletze das sittliche Empfinden der Allgemeinheit, begründete der zuständige Referent das Verbot mit Sofortvollzug. Die Aussteller haben eine rechtliche Überprüfung des Verbots angekündigt.
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- Augsburg Kein Sex in den "Körperwelten" 26.08.2009
(sueddeutsche.de/dpa/abis/odg)
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Sicher kann man sich über Ethik trefflich streiten und sich über Mehrheiten ereifern, wenn man sich selbst ungerechtfertigt (?) in einer elitären (?) Minderheit sieht - was natürlich als quasi-Unterstellung auch eine Provokation darstellt!
Aus meiner Sicht ist Ethik aber etwas, das sich weiterentwickeln muss, wenn es nicht zum Zwang degenerieren soll - mit undurchdachten Verboten beginnt allerdings Zwang und wohin der dann relativ schnell führen kann - dazu gestatte ich (als nur eines von unzähligen Beispielen) an die Nacht zum 24.8.1572 zu erinnern, die Bartholomäusnacht und alle ihre Folgeerscheinungen.
Ich frage mich halt immer wieder, wie sich eine Staatsmacht anmaßen kann, Kunst mit Hilfe ihrer Macht 'regulieren' zu wollen ... .
Ich tendiere auch zu der Auffassung, dass Dr. Tod unethisch vorgeht.
Die hier teilweise vertretene gegenteilige Meinung kann ich nicht gelten lassen. "Millionen Menschen können sich nicht irren" halte ich so ziemlich für das blödsinnigste Argument, das man hier anführen kann: Millionen amerikanische Waffenbesitzer können sich auch nicht irren, oder? Wie ist das mit den Katastrophentouristen? Ach ja, und Millionen Deutsche mit braunen Uniformen konnten sich auch nicht irren, nicht wahr?
Tatsache ist, wenn es irgendetwas exotisches oder morbides gibt, schauen sich die Menschen das an. Das ist Neugier und eine gewisse Sucht nach Unterhaltung und Nervenkitzel, aber keine Wertung über den ethischen Gehalt des Angebots.
Wenn dieser Herr zu Beginn seiner Tätigkeit die Körperwelten als eine Art Bildungsshow aufgezogen hatte, war das vielleicht noch akzaptabel, aber mittlerweile geht es wohl nur noch um's Geld. Und je geschmackloser und skurriler, desto mehr Neugierige fängt der Mann ein. So läuft das Geschäft!
..... fand auch mal seine Ausstellung statt. Etliche meiner Bekannten gingen dahin, ich konnte das nicht.
Hier geht es um die Würde des Menschen und um die Achtung vor Toten, die man in Frieden ruhen lassen sollte.
Mich würde interessieren, was dieser Typ für ein Mensch ist, da kann doch einiges nicht stimmen, wenn er jetzt schon Liebesakte mit präparierten Leichen darstellen will. Igitt!
Ich glaube nicht , dass sich so viele Besucher der Aussetllung für eine Plastination entscheiden.
Ich möchte nicht als Leiche von Ausstellung zu Ausstellung geschleppt werden, einen Strohhut oder eine Zigarette im Mund haben-oder liebesakteln...und dann irgendwo verstauben, bestenfalls- ...oder auf der Müllkippe landen.
Würde gilt auch für Verstorbene...und dem wird die Ausstellung leider nicht gerecht.
Die Grenze des Tabus "Tod" wird hier einfach überschritten und weckt Neugierde.
Neugierde dessen Resultat überzeugend induziert, dass sich inzwischen eine Menge Interessenten nach ihrem Tod für die Plastination entscheiden.
Paging