Aufregung um prominente Großwildjäger Geschmacklose Trophäen

Sie halten einen toten Leoparden in die Kamera oder sitzen neben einem erlegten Büffel: Im Internet kursieren Bilder, auf denen die beiden Söhne des amerikanischen Unternehmers Donald Trump bei der Großwildjagd in Simbabwe mit ihren Trophäen posieren. Tierschützer sind empört. Zu Recht?

Von Marc Felix Serrao

Für viele Tierschützer sind die Bilder, die nun auf der Website eines Jagdanbieters namens "Hunting Legends" aufgetaucht sind, das, was eine gut gewürzte Grillplatte für Fleischfreunde ist - ein Fest. Zu sehen sind Donald Trump Jr., 34, und Eric Trump, 28, Söhne des Immobilienmagnaten Donald Trump, bei der Großwildjagd in Simbabwe.

Ein Foto zeigt die jungen Männer mit einem toten Leoparden. In anderen Aufnahmen sieht man sie mit einem erlegten Krokodil, Büffel oder Wasserbock. "Wie Barbaren", tobte Ingrid Newkirk, Chefin der Tierschutzorganisation Peta, in einem Blogbeitrag. Darin verlinkt sie auch zu einem Text des Portals "Celeb Dirty Laundry", dessen Verfasserin, Allison Blaney, ähnlich angeekelt ist. Am besten, so die Peta-Chefin, seien Blaneys Spekulationen über die Penislänge der Trump-Söhne.

Nun könnte man sich über den faden Sexismus von Miss Blaney auslassen, die sonst über Themen wie "Jennifer Love Hewitt liebt ihre Brüste" schreibt. (Hat eigentlich schon mal jemand versucht, das Verhalten einer Frau mit der Größe ihrer Brüste zu erklären?) Oder man könnte über die Schwarz-Weiß-Malerei all jener Tierfreunde diskutieren, die ungeprüft behaupten, dass hier auf vom Aussterben bedrohte Lebewesen geballert wurde - obwohl die Trump-Söhne schwören, dass das nicht stimmt. (Craig Hilton-Taylor, Chef der "Roten Liste gefährdeter Arten" der Weltnaturschutzorganisation IUCN, sagte der SZ auf Anfrage, dass die Population des hier abgebildeten Leoparden im südlichen Afrika "relativ stabil" sei und Länder wie Simbabwe Jagdanbietern strenge Auflagen machten - etwa die, einen Teil der Einnahmen vor Ort in den Tierschutz zu investieren.)

Man könnte auch an all die Leute erinnern, die Massentierhaltungsfleisch in sich reinschaufeln - ohne am Pranger zu stehen. Oder man tut nichts von alledem und erfreut sich still und leise an der Tatsache, dass die Trumps all den Jägerinnen, die nun zur Jagd auf sie blasen, stur ihre Trophäe verweigern: eine Entschuldigung.