Älteste Flaschenpost der Welt Versteigerung gescheitert

Berufsfischer Konrad Fischer, die Flasche und (wenn Sie auf das Bild klicken) die Enkelin des geplanten Empfängers der ungewöhnlichen Post.

(Foto: dpa)

Im März hat ein Fischer eine besonders alte Flaschenpost aus der Kieler Förde gezogen. Die wollte er jetzt versteigern, um die Reparatur seines Kutters zu bezahlen. Doch das Geschäft ist geplatzt - zumindest vorerst.

Seit 50 Jahren fährt Konrad Fischer, der genauso heißt wie sein Beruf, schon zur See. Doch der Fang, den er an einem Dienstag Anfang März machte, war auch für ihn etwas Besonderes. Fischer war mit einem Kutter Maria I in der Kieler Förde unterwegs und zog eine alte Bierflasche an Bord.

Darin befand sich die älteste Flaschenpost, die je gefunden wurde. Im Jahr 1913 hatte sie der damals 20-jährige Bäckerssohn Richard Platz in die Ostsee geworfen. Mehr als hundert Jahre später kam sie wieder zum Vorschein. Ein Familienforscher recherchierte und machte die Enkelin des Flaschenpost-Absenders in Berlin ausfindig. Die Flasche selbst ging ans Maritime Museum Hamburg, wo sie noch bis Anfang 2015 ausgestellt sein wird.

Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen

Fang seines Lebens

Es ist die älteste Flaschenpost, die je gefunden wurde: Ein Fischer aus Heikendorf hat eine Bierflasche mit einer Postkarte aus der Kieler Förde gezogen, die der Absender vor mehr als 100 Jahren ins Meer geworfen hat. Von Sonja Salzburger mehr ...

Konrad Fischer wollte seinen bedeutenden Fund jetzt gerne auf Ebay versteigern und, wie das Hamburger Abendblatt berichtet, mit dem Geld die Reparatur seines alten Kutters bezahlen. Doch daraus wird erst einmal nichts. Kurz vor Ende der Frist, das Gebot lag bei 3660 Euro, wurde die Auktion abgebrochen und das Angebot aus dem Netz genommen.

Grund ist laut Ebay ein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Der Verkäufer habe in der Artikelbeschreibung angegeben, dass die Flasche noch bis Jahresende im Museum ausgestellt sei, sagte ein Unternehmenssprecher. Verkäufer müssten aber grundsätzlich in der Lage sein, angebotene Artikel unverzüglich nach Auktionsende an den Käufer zu übergeben.

"Ich dachte, ich seh' nicht richtig"

Fischer hatte zunächst vermutet, die Enkelin des ursprünglichen Empfängers, Angela Erdmann aus Berlin, könnte Ansprüche geltend gemacht haben. Sie hatte im April gesagt, sie hoffe, die Flasche bleibe im Museum und werde "nicht irgendwo verhökert". Auf die geplante Versteigerung reagierte sie mit Entsetzen. "Ich dachte, ich seh' nicht richtig", sagte Erdmann an diesem Montag. Am Ende war es nicht ihre Empörung, sondern der Verstoß gegen die Regeln, der zum Abbruch der Auktion führte. Erdmann zeigte sich dennoch erleichtert.

Wie es nach dem Ende der Ausstellung im Maritimen Museum weitergehen wird, ist noch nicht absehbar. Erdmann wünscht sich, dass die Flasche dem Museum geschenkt wird. Herr Fischer hat sich dazu noch nicht geäußert.