24. Dezember 2012 08:18 Somalia Piraten lassen 22 Seeleute frei

Fast drei Jahre lang wurden 22 Seeleute von somalischen Piraten als Geiseln genommen, nun sind sie wieder frei. Nach Behördenangaben sei kein Lösegeld bezahlt worden, doch viele Details der Rettung sind noch unklar.

Somalische Piraten haben 22 Seeleute nach fast drei Jahren in Geiselhaft freigelassen.

Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff "MV Iceberg 1" und seine Besatzung wurden offenbar nach erfolgreichen Verhandlungen mit Sicherheitskräften der halbautonomen Region Puntland und unter Vermittlung von Dorfältesten aus der Region freigegeben. Sicherheitskräfte hätten den Frachter zwei Wochen lang belagert. Lösegeld sei nicht bezahlt worden, erklärten die Behörden am vergangenen Sonntag.

Das Schiff war Ende März 2010 entführt worden. Die Crew, die aus dem Jemen, Indien, Ghana, Pakistan, dem Sudan und den Philippinen stammt, wurde offenbar seither auch gefoltert. "Nach zwei Jahren und neun Monaten Gefangenschaft zeigen die Seeleute Zeichen von körperlicher Folter und Krankheit", hieß es in einer Mitteilung. "Die Geiseln erhalten derzeit Nahrung und werden medizinisch versorgt." Außerdem starben Piraten zufolge zwei Seeleute während der 33-monatigen Geiselnahme.

Obwohl die Entführungen vor der somalischen Küste zuletzt deutlich zurück gingen, befinden sich in der Region noch immer fast 120 Seeleute in der Gewalt von Piraten. Die Geiselnehmer profitieren von einem Machtvakuum in Somalia. Zum Schutz von Schiffen gibt es in den Gewässern einen internationalen Marineeinsatz, an dem sich auch die Bundeswehr beteiligt.