Bad Tölz Bücherei als sozialer Treff

Die Tölzer Stadtbibliothek will nicht nur eine Ausleihstation sein

Die Tölzer Stadtbibliothek ist für Leiterin Melanie Sappl nicht bloß eine stille Bücherwelt für Leser. "Sie ist ein kultureller und sozialer Treffpunkt, der eine große Akzeptanz in der Bevölkerung und einen hohen Stellenwert im Kulturleben der Stadt hat", sagte sie im Hauptausschuss des Stadtrats. Im Vorjahr zählte sie 816 Neuanmeldungen in der Bücherei, 214 mehr als 2016. Unter den circa 8000 eingetragenen Lesern sind 2197 aktive Nutzer. Die Zahl der Ausleihen belief sich im Hauptsitz an der Hindenburgstraße auf insgesamt 175 698, in der Filiale in der Kurbücherei auf 16 739. Dies ist gegenüber dem Jahr zuvor jeweils ein leichter Rückgang.

Wichtiger als die puren Zahlen sind für Sappl die Kooperationen der Stadtbibliothek. Als Beispiele nannte sie das benachbarte Gabriel-von-Seidl-Gymnasium und die Grundschulen, für die man Bildungspartner sei. "Das ist extrem wichtig, dass wir uns hier gut positionieren", so Sappl. Eine Zusammenarbeit besteht auch zum Verein "Asylplus" und zur Berufsschule.

Ein herausragendes Ereignis im vorigen Jahr war die Aktion "Stadtlesen" in der Marktstraße, wo Erwachsene und Kinder auf Sofas und Kissen zwischen Bücherregalen schmökern konnten. "Schön, dass das Thema Buch mal eine so große Öffentlichkeit erfahren hat", sagte Sappl. Zu den festen Terminen im Jahreskalender gehören das Erzählerfestival "Drachengold", Vorlesewettbewerbe oder der Literaturkreis in der Kurbücherei. Stadtrat Peter Wiedemann (FWG) wollte erfahren, wie Sappl die Zukunft von Büchereien im Zeitalter der Digitalisierung sehe. Wenn solche Bibliotheken "bloße Ausleihstationen" seien, hätten sie keine Zukunft, erwiderte die Leiterin. Sie müssten weiterhin den Zugang zu Bildung und Meinungsbildung sicherstellen, wichtig seien "zusätzliche Angebote, die im Haus stattfinden".