Am Reutberg in Sachsenkam Klosterspiritual muss gehen

Ordinariat beendet Tätigkeit von Josef Beheim

In der Klosterkirche Reutberg hat Spiritual Josef Beheim in den vergangenen zehn Jahren viele Messen, Hochzeiten, Taufen und Andachten gefeiert. Eine Vergütung bekam der Ruhestandsgeistliche dafür nicht. Mit dieser Tätigkeit ist nun Schluss. Der Spiritual wurde vom Erzbischöflichen Ordinariat per Dekret seiner Aufgaben "entpflichtet", wie es im Kirchendeutsch heißt. Dies teilt die Sachsenkamer Gruppe mit, die um den Erhalt des Konvents im Kloster Reutberg kämpft. Das Vorgehen des Ordinariats bezeichnet sie als rücksichtslos, man sei "zutiefst erschüttert".

Die Entbindung des Spirituals war in einem groben Ablaufplan des Erzbistums zwar schon angekündigt, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. "Dem Ordinariat scheint die Bedeutung des ehrenamtlichen Spirituals auch in Hinblick auf die Folgen für die ohnedies angespannte Seelsorgesituation in der Region um den Reutberg und die negative Wirkung auf die kulturelle Tradition völlig egal zu sein", schreiben Xaver Waldmann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Sachenkam-Piesenkam, und Gerald Ohlbaum, Vorsitzender vom Verein der Freunde des Klosters Reutberg. Deshalb habe man sich gezwungen gesehen, eine Unterschriftenaktion zu starten. 600 Signaturen habe man bereits gesammelt. Der Pfarrgemeinderat, der Förderverein und die Gemeinde Sachsenkam sehen in der Entpflichtung des Geistlichen nichts anderes als "eine Machtdemonstration des Ordinariats". Anders als die Sachsenkamer Gruppe strebt man in der Erzdiözese eine Auflösung des Franziskanerinnen-Konvents an, der nur noch aus zwei Nonnen besteht. Für die Zukunft ist geplant, ein Seelsorgezentrum auf dem Reutberg einzurichten.

Über die grundlegende Situation, die bisherigen Gespräche mit dem Ordinariat und mögliche Perspektiven für den Reutberg diskutiert die Sachsenkamer Gruppe mit allen Interessierten am Sonntag, 3. Juni. Die Informationsveranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Gasthof Altwirt in Sachsenkam.