Waldemar Hartmann "Der Mensch hat die Pflicht zum Rausch"

Skandal vor der Wiesn: Sportreporter Waldi Hartmann ruft die Oktoberfest-Besucher zum Saufen auf und betitelt Veronica Ferres als "prall".

Eine Weißbier-Ikone auf Abwegen: Kurz vor dem Start des Oktoberfests hat Sportreporter Waldemar Hartmann alle Besucher zum ausgiebigen Alkoholgenuss aufgerufen. "Der Mensch hat die Pflicht zum Rausch! Damit er merkt, wie er damit umgehen soll", sagte der bekennende Weißbier-Trinker in einem Interview mit dem Magazin Playboy.

Leute lerne man erst richtig kennen, wenn man sie im Rausch erlebe. "Unter Alkoholeinfluss können lammfromme Menschen zu Tieren werden und umgekehrt." Er selbst werde bei Alkoholgenuss zum "Teddybären". Zudem sei er zehn Jahre lang Wirt gewesen und halte das für die beste Schule des Lebens. Das erklärt natürlich vieles.

Aber damit nicht genug: Hartmann tat sich in dem Interview auch mit hochkarätigen Macho-Sprüchen hervor. Auf die Frage, welche Frau in bayerischer Tracht am besten aussehe, antwortete Hartmann: "Eindeutig Veronica Ferres", weil die Schauspielerin "eine pralle, blonde, große Frau" sei, die "alles hat, was in ein Dirndl hineingezwängt werden muss."

Dass Waldemar Hartmann prinzipiell gerne Bier konsumiert, ist spätestens seit einem Interview im September 2003 bekannt: Damals war Rudi Völler, der damalige Teamchef der Deutschen Fußballnationalmannschaft, die gerade ein glanzloses 0:0 gegen den Außenseiter Island absolviert hatte, im Interview ausgerastet.

Völler war mit der kritischen Kommentierung des Spiels durch das ARD-Experten-Team nicht einverstanden und hatte zu einem verbalen Rundumschlag angesetzt. An Hartmann ging der Vorwurf: "Du sitzt bequem auf dem Stuhl und hast drei Weizenbier getrunken". Die Art und Weise, wie der Sportreporter in der Live-Sendung Völlers Ausbruch parierte - höflich, ruhig, bestimmt - beeindruckte die Zuschauer. Die SZ kommentierte die Szene damals mit dem Satz: "Man kann über den CSU-nahen BR-Mann Hartmann vieles behaupten, aber so standfest hat sich vor einem wild keifenden Trainer selten ein TV-Journalist gehalten."