Terrorwarnung Nächtliche Fehlalarme halten Polizei in München auf Trab

Der Eingang zum Bahnhof Pasing - in der Nacht mussten Anwohner ihre Häuser verlassen, weil in dem Gebäude ein Sprengstoffhund angeschlagen hatte.

(Foto: REUTERS)

Ein verdächtiges Münztelefon löste einen Sprengstoffalarm am Bahnhof Pasing aus und am Münchner Hauptbahnhof sorgte ein Anrufer mit einer Bombendrohung für Unruhe.

Verdächtiges Münztelefon am Bahnhof Pasing

Nach der Terrorwarnung von München in der Silvesternacht haben am Wochenende zwei Fehlalarme die Polizei auf Trab gehalten. In der Nacht zum Sonntag wurde der Bahnhof im Stadtteil Pasing teilweise gesperrt, nachdem ein Sprengstoffhund angeschlagen hatte. Es sei jedoch nichts Verdächtiges gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher.

Der Sprengstoff war einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge in einem Münztelefon vermutet worden. Offenbar sah ein Streifenbeamter der Bundespolizei kurz vor Mitternacht ein Münztelefon, das ihm verdächtig vorkam. An der Frontseite des Gerätes sei eine Installation angebracht gewesen. Daraufhin seien Sprengstoffexperten der Bundespolizei und der Münchner Polizei alarmiert worden.

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Weil ein Sprengstoffhund beim Beschnüffeln des Telefons tatsächlich anschlug, wurden sicherheitshalber die Bahnhofshalle und der Vorplatz gesperrt. Zudem mussten dreizeh Bewohner der zwei gegenüberliegenden Gebäuden mitten in der Nacht ihre Wohnungen verlassen, sie wurden vorübergehend in einem Bus untergebracht. Der Zugverkehr lief weiter, die Züge hielten allerdings nicht mehr am Bahnhof Pasing.

Die Sprengstoffexperten konnten bei ihrer Untersuchung im Anschluss keine Bombe oder ähnliche gefährliche Vorrichtungen finden. Die seltsame Installation enpuppte sich als nicht verkabelte Kamera, wer diese in dem Telefon abgelegt hatte, blieb zunächst ebenso unklar, wie die Frage, warum der Sprengstoffhund anschlug. Möglicherweise habe ihn Geruch von Silvesterböllern irritiert. "Es ist eine schwierige Zeit für Sprengstoffhunde", sagte der Polizeisprecher. Etwa fünf Stunden nach Beginn des Alarms konnte die Sperre dem BR zufolge wieder aufgehoben werden.

Bombendrohung per Telefon - ebenfalls Fehlalarm

Im oberbayerischen Mammendorf, im Kreis Fürstenfeldbruck, wurde bereits am Samstagabend ein Zug gestoppt und durchsucht. Zuvor hatte nach Angaben der Polizei ein Mann zweimal per Anruf mit einer Bombe gedroht. Die Beamten konnten die Anrufe zu einem Telefon am Hauptbahnhof zurückverfolgen, mit Hilfe von Kameras konnte auch der mutmaßliche Anrufer identifziert werden. Die Person stieg in einen Regionalexpress ein und verließ damit dne Hauptbahnhof.

Im Bahnhof Mammendorf wurde dieser Zug angehalten und durchsucht, doch auch in diesem Fall wurden die Beamten nicht fündig. Die Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen einer Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten aufgenommen.

Nur noch "abstrakte Terrorgefahr" in München

In der Silvesternacht hatte es Terroralarm in München gegeben. IS-Terroristen wollten demnach Selbstmordanschläge auf den Münchner Hauptbahnhof und/oder den Bahnhof in Pasing verüben. Aktuell seien etwa 100 zusätzliche Polizisten in München im Einsatz, sagte der Polizeisprecher. Die Lage sei ruhig, die Gefährdung "abstrakt".

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