Wörthsee "Extreme Dringlichkeit"

Wörthsee will ein Areal für den Bau von Sozialwohnungen anbieten

Von Christine Setzwein, Wörthsee

Günstige Wohnungen werden dringend gesucht, für Bedürftige, Obdachlose und anerkannte Asylbewerber. Die Gemeinde Wörthsee wird deshalb dem Verband Wohnen ein Grundstück für den Bau von Sozialwohnungen im Erbbaurecht anbieten. Es handelt sich dabei um die insgesamt 7000 Quadratmeter große Fläche an der Kuckuckstraße unterhalb des Friedhofs Buchteil, die ursprünglich für Flüchtlings-Container vorgesehen war. Bei einigen Gemeinderäten stieß das auf Unverständnis. Grundsätzlich sei sie schon dafür, meinte Martina Jursch (CSU). Aber das gehe ihr jetzt zu schnell. Sie befürchtet einen "Aufschrei" in Etterschlag. Dort hat ein Privatmann dem Landratsamt eine Wiese für den Bau einer Containeranlage zur Verfügung gestellt, weil die artenschutzrechtliche Prüfung des Areals an der Kuckuckstraße zu lange gedauert hätte. Nötig ist sie aber, weil sich dort ein Biotop befinden soll, in dem sich Gelbbauchunken heimisch fühlen. "Für Container dauert es zu lange, für Sozialwohnungen soll es plötzlich so schnell gehen", monierte Jursch.

Bürgermeisterin Christel Muggenthal (SPD) begründete dies unter anderem damit, dass der Bau von Containern auf dem unebenen Gelände schwieriger sei als der von einfachen Wohnungen in Holzständerbauweise. Es bestehe "extreme Dringlichkeit", sagte Arthur Schnorfeil (SPD). Wörthseer Obdachlose müssten schon in Fürstenfeldbruck untergebracht werden, weil sie in Wörthsee keine Wohnung fänden. "Das geht überhaupt nicht." Weil wegen der Flüchtlingsproblematik momentan manche Bauvorschriften nicht ganz so eng gesehen würden, "haben wir nur ein kleines Zeitfenster". Die Gemeinde habe nicht so viele Grundstücke für Sozialwohnungen, sagte Dirk Bödicker (Wörthsee-Aktiv). Darum müsse man schnell handeln. "Dieses Thema wird uns die nächsten Jahrzehnte begleiten", meinte er, während die "Kröte Containerbau" für ihn endlich sei.

Zu welchen Bedingungen die Gemeinde Wörthsee dem Verband Wohnen ein Teilstück des Areals zur Verfügung stellen wird, wurde in der nicht öffentlichen Sitzung beraten.