Unterbrunn Eigentümer kündigt Pächter im Gasthof Böck

Nach der Schließung des Gasthauses Böck in Unterbrunn, verhandeln die Eigentümer mit möglichen Pächtern.

(Foto: Arlet Ulfers)

Das Traditionslokal ist derzeit geschlossen und muss vor der Wiedereröffnung renoviert werden

Von Christian Deussing, Unterbrunn

Bereits seit Ostermontag ist der Landgasthof Böck in Unterbrunn geschlossen. Die Eigentümerfamilie hatte dem Pächterehepaar gekündigt, weil dieses nach Auskunft von Martin Böck monatelang keine Pacht mehr gezahlt habe. Nun verhandelt der Eigentümersohn noch mit vier Gastronomen aus dem Großraum von München, die den bekannten Traditionsgasthof in der Dorfmitte übernehmen könnten. Der 36-jährige Betriebswirt hofft, dass der Gasthof, der auch den Pächtern eine Wohnung bietet, im August wieder eröffnet werden kann. In jedem Fall soll er unter der neuen Regie mit bürgerlich-bayerischer Küche weitergeführt werden.

Bis dahin stehen aber noch Renovierungsarbeiten an der Fassade des denkmalgeschützten Wirtshaus-Ensembles an, sagte Böck junior der SZ. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1864. Derzeit würden noch die Angebote von Handwerker eingeholt, erklärte er. Zuletzt war der Gasthof in den achtziger Jahren grundlegend saniert worden.

Für den neuen Pächter stehen im Gastraum, Nebenzimmern und im alten Saal insgesamt 130 Sitzplätze zur Verfügung. Zudem gibt es einen Biergarten, in dem 75 Gäste Platz finden. Der nächste Wirt hätte somit also beste Chancen, auch größere Familienfeste wie Hochzeiten und runde Geburtstage auszurichten.

Das bisherige Pächterpaar hatte den Gasthof erstmals von 1984 bis 2004 betrieben. Danach übernahm das Haus eine andere Wirtin, aber nur für drei Jahre, weil sie wegen gesundheitlicher Gründe vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen musste. Danach folgte ein Intermezzo mit Martin Böck selbst, der den Gasthof seines Vaters bis 2014 leitete. Dann stieg wieder das vorherige, langjährige Pächterehepaar ein. Die genauen Gründe, warum dieses jetzt keine Pacht mehr gezahlt habe, kennt Böck nach eigener Aussage nicht. Für eine Stellungnahme waren die gekündigten Wirtsleute nicht zu erreichen. Die Zimmervermietung läuft aber - wie bisher - in separater Hand weiter.

In der früheren Hausmetzgerei befindet sich schon seit Längerem "Schmidts Ammersee Bio-Catering" und in einem Nebengebäude das "Edenfood", eine Bio-Futterhandlung für Hunde und Katzen. Diese Läden haben aber mit dem Gastronomiebetrieb selbst nichts zu tun. Die Unterbrunner Gastwirtschaft an der Hauptstraße ist schon sehr alt: Erstmals wurde sie im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt.