Sicher ist sicher Alles Bürgermeister

Tutzing hat eine Rathaus-Chefin und gleich vier Stellvertreter

Von Manuela Warkocz

Der Fall galt zwar als höchst unwahrscheinlich, ist in Tutzing aber nun doch eingetreten: Alle drei Bürgermeister waren nicht da, um eine Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses zu leiten. Die Erste Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) hatte sich aus persönlichen Gründen entschuldigt; die Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) war erkrankt; Dritter Bürgermeister Franz Matheis (UWG) weilte mit der Feuerwehr in Berlin. Peter Stich (CSU) übernahm daraufhin als dienstältester Gemeinderat die Sitzungsleitung - er kennt das Geschäft seit 34 Jahren. Unter seiner Regie konnten aber nur Empfehlungen für den Gemeinderat ausgesprochen werden, Beschlüsse waren nicht zulässig.

Um das künftig zu vermeiden, änderte der Tutzinger Gemeinderat jüngst seine Geschäftsordnung und wählte aus seinen Reihen zwei weitere stellvertretende Bürgermeister: Ein offenbar begehrtes Ehrenamt, das auch politischen Ehrgeiz weckte. Greinwalds Vorschlag zur Güte, mit Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) und Georg Schuster (ÖDP) zwei Vertreter aus Parteien zu berufen, die noch nicht an der Rathausspitze vertreten sind, wollte die CSU nicht folgen. CSU-Ortsvorsitzender und Gemeinderat Thomas Parstorfer nominierte Stich und Toni Aigner (Freie Wähler).

Schuster zog entnervt zurück. Rasch improvisierte Geschäftsleiter Marcus Grätz eine schriftliche Wahl, sammelte die Stimmzettelchen in einem gebrauchtem Kuvert. Ergebnis: Peter Stich ist jetzt Vierter Bürgermeister in Tutzing, Wolfgang Marchner amtiert als Fünfter Bürgermeister.