Maising: Gewerbegebiet Bürgerinitiative macht mobil

Die Maisinger fürchten noch mehr Verkehr im Ort, wenn das Gewerbehof Maxhof West realisiert wird. Jetzt meldet sich eine Gruppe mit einer Broschüre zu Wort.

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Die Bürgerinitiative "Zukunft Maising" macht mobil gegen den geplanten Gewerbehof Maxhof West. Wenige Tage vor der öffentlichen Vorstellung des Bebauungsplans durch die Gemeinde Pöcking am Dienstag, 29. März, um 19.30 Uhr, im Speisesaal der Kaserne, meldet sich die Gruppe mit einer Informationsbroschüre zu Wort. "Wir wollen als Initiative mit offenen Karten spielen", erklärt Mitinitiatorin Nina Rumland.

Man wolle erreichen, dass der Gemeinderat das geplante Projekt neu überdenkt. Wie berichtet, wünschen sich Pöckinger Gewerbetreibende seit Jahren einen Handwerkerhof. Die Gemeinde ließ 16 Standorte untersuchen. Nachdem Wunschstandorte, wie der Schmalzhof, Pöcking Nord oder der Bereich Maxhof-Ost scheiterten, blieb nur noch das Areal an der Ortsverbindungsstraße zwischen Pöcking und Maising übrig. Doch dagegen laufen nicht nur Maisinger Bürger Sturm. Laut Rumland haben sie mit Nina Eichinger, der Tochter des kürzlich verstorbenen Filmproduzenten Bernd Eichinger, sowie dem Rockstar Peter Maffay Unterstützung von prominenter Seite.

Aber auch Naturschutzgründe sprechen nach Angaben der Initiatoren gegen den Gewerbehof Maxhof West. Das Areal liegt relativ isoliert in der Landschaft und ein Gewerbegebiet mit Gebäudehöhen von bis zu 15 Metern verschandle den Blick in die freie Natur. Darüber hinaus stehe die Ansiedlung von Gewerbe auf bislang unbebauten Flächen in Konkurrenz zur Landwirtschaft. Auch die Entwässerung ist nach Meinung der Initiatoren umstritten.

Das Tagwasser wird über den Wolfsgraben in die Maisinger Schlucht und damit in den Bereich des Wassergewinnungsgebiets der Stadt Starnberg geführt. Ein großes Manko ist sogar für die Verkehrsplaner die Erschließung über die Ortsverbindungsstraße. Mitglieder der Initiative sind sämtliche Streckenvarianten abgefahren mit dem Ergebnis, dass der kürzeste und schnellste Weg für die Zulieferer zum geplanten Gewerbegebiet über Maising führt. Nun wird ein noch höheres Verkehrsaufkommen im Dorf befürchtet, das bereits vom Ausflugsverkehr stark belastet ist. "Das betrifft ja nicht nur Maising, sondern auch Perchting", erklärt Nicole Himmel.

Weil die Initiatoren aber nicht nur meckern wollen, haben sie sich über Alternativen Gedanken gemacht. Im Gespräch mit den zuständigen Behörden haben sie festgestellt, dass dem Gutachter bei dem ursprünglich favorisierten Standort Maxhof-Ost ein Fehler unterlaufen ist. Das Ausschlusskriterium, wonach der Bereich zum Wasserschutzgebiet Maisinger Schlucht gehört, trifft laut Anke Klostermeier nicht zu.

Das Areal liege stattdessen in der äußeren Zone des Wasserschutzgebiets Maxhof. Und dort wäre nach Behördenauskunft eine Ansiedelung von Gewerbe durchaus möglich. Der Standort hätte viele Vorteile, beispielsweise die hervorragende Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 2, die man mit der Kaserne gemeinsam nutzen könne, und keine negativen Auswirkungen auf die Fernsicht. Maxhof West könnte stattdessen als eine Ausgleichsfläche für Maxhof-Ost dienen.