Kurpark Herrsching kämpft gegen den Müll

Die Gemeinde will in den öffentlichen Grünanlagen mehr Abfallbehälter aufstellen und mit lustigen Slogans bekleben.

Von Patrizia Steipe, Herrsching

"Ich bin für jeden Dreck zu haben." "Schlag mir den Bauch voll." "Ich habe Hunger": das sind einige der Slogans der Müllplakate, die Schüler der Christian-Morgenstern-Volksschule für die Gemeinde Herrsching gemalt haben. Die besten Entwürfe sollen in der Größe DIN A 3 auf die Abfallbehälter in den öffentlichen Grünanlagen geklebt werden. Diese Schilder sind eine der Maßnahmen, mit denen die Gemeinde der zunehmenden Vermüllung und dem Vandalismus am Ammersee begegnen möchte. In den vergangenen Jahren hatte sich die Situation im Kurpark und in den anderen Parkanlagen zunehmend verschlechtert.

Gemeinderäte, Vertreter der Herrschinger Rathausverwaltung, die Gemeindejugendpfleger und der Jugendbeirat hatten daraufhin einen runden Tisch zum Thema Grünanlagen gegründet und die Ergebnisse am Montag vorgestellt. Vom Jugendbeirat kam auch der Antrag auf eine weitere Feuerstelle am Ammersee im Bereich zwischen dem Rhein-Main-Donau-Segelclub und dem Gemeindesteg. Derzeit gebe es zwar eine öffentliche Feuerstelle im Strandbad im Seewinkel, doch die Nutzung sei an eine kostenpflichtige Reservierung gebunden. "Daher fällt eine spontane Nutzung meist aus", bedauerte der Jugendbeirat.

Der Herrschinger Gemeinderat wird sich jetzt bei der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung in München um eine Genehmigung für eine weitere öffentliche Feuerstelle bemühen. "Bisher waren sie zwar immer dagegen, aber wir wagen einen neuerlichen Vorstoß", sagte Bürgermeister Christian Schiller. Falls der favorisierte Platz am Kiesufer abgelehnt wird, dann soll die gemauerte Grillstelle auf gemeindlichen Grund errichtet werden.

Damit die Besucher die Angebote wie Minigolf, Dampferfahrten, Cafés, Sportanlagen und Biergarten finden, soll ein Konzept zur Besucherlenkung entwickelt werden. Dabei könnten beispielsweise Fußabdrücke auf der Straße oder Hinweisschilder wie bei der "Via Zeitreise" in Gilching ab dem Bahnhof zu den Attraktionen hinweisen. Damit das nicht in einem Schilderwald endet, soll die Verwaltung nachfragen, wie Fremdenverkehrsvereine in anderen Kommunen diese Aufgabe bewältigen.

Mit mehr Mülltonnen hofft die Gemeinde auf weniger achtlos weggeworfenen Abfall. Zwischen Seewinkel und Bahnhof, Tankstelle und See sowie Kurpark und Goethehaus sollen neue Abfallbehälter aufgestellt werden. Außerdem soll es eine Pappkartontonne für die alten Pizzakartons sowie eine Pfandflaschen-Sammelstelle geben.