20 Jahre Kinderkino Zwerge? Gibt's doch gar nicht!

Illusion auf der Leinwand: Der Südtiroler Matthias Lang und die kleinen Fans beim Kinderkino im Tutzinger Kurtheater.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Regisseur Matthias Lang erklärt 120 kleinen Filmfans die Tricks seines Fantasystreifens "König Laurin". Das Jugendamt begeht so das Jubiläum der Reihe

Von Blanche Mamer, Tutzing

Ganz locker sitzt Matthias Lang an der Tür zum Kinosaal im Kurtheater Tutzing und beobachtet die Kinder, die hereinstürmen und mit ihren Anoraks Plätze belegen, um sich dann wieder in die Schlange am Popcorn-Verkauf einzuordnen. Es geht hoch her vor der Jubiläumsvorstellung des Kinderkinos des Landkreises. Der Regisseur des Fantasyfilms "König Laurin" ist mindestens so gespannt auf die Fragen der jungen Zuschauer wie die Kinder auf den Film und seinen Regisseur. Er ist vom medienpädagogischen Team des Jugendamtes zur 20-Jahr-Feier des Kinderkinos eingeladen worden. Einmal im Monat bietet es in verschiedenen Spielstätten altersgerechte Unterhaltung für junge Filmfans an.

Der 31-jährige Filmemacher, der aus Südtirol stammt, sagt, er liebe Märchen und ganz besonders die Sage vom Zwergenkönig Laurin und seinem magischen Rosengarten. Die Sage, die seit dem 13. Jahrhundert in der Region erzählt wird, hat Lang für sein Drehbuch adaptiert, umgeschrieben und lustige, sogar klamottige Elemente für die Kinder von heute zugefügt. Trotzdem bleibt es ein Film, der im Mittelalter spielt und das Leben in einer der zahlreichen alten Burgen zeigt, die auf den Bergkoppen thronen. Mit dem Abschlussfilm an der Filmhochschule München, der zugleich sein Debütfilm ist, hat Lang etliche Preise gewonnen und das Prädikat "wertvoll" bekommen. Er träume davon, einen großen Abenteuerfilm zu drehen und einen Actionfilm mit Autos, erzählt er. Doch zunächst hat er ein anderes Projekt: eine Software, die das Filmemachen erleichtern soll.

Bei seiner Oma habe er das magische Licht der Rosengartenspitze, einem Berg in den Dolomiten, gesehen. Und das fasziniere ihn bis heute, erzählt er den 120 jungen Zuschauern, von denen immerhin einer "Laurin" heißt. Jeder Berg habe eine Geschichte, jede Burg ebenfalls. "Es war nicht einfach, die richtige Burg zu finden, überall gibt es Stromleitungen, elektrisches Licht, ein Skilift dahinter." Gedreht wurde hauptsächlich auf der Ritterburg Hocheppan. Es war schwierig und hat lange gedauert, das ganze Material auf Quads im Gebirge zu transportieren.

Mit ein paar Aufnahmen aus dem Film erklärt Lang einige Filmtricks: Zum Beispiel stehen Theo, der Königssohn, und der Zwergenkönig an einer Böschung und schauen auf eine große grüne Leinwand. Darauf wird später eine Berg-Aufnahme montiert, so dass man sie mitten im Gebirge wähnt. Ein anderes Bild zeigt den Innenhof der Burg und die Schienen, die für Kamerafahrten benötigt werden. Der Regisseur berichtet, dass sein Team sehr groß war, dass er viele Stunts brauchte, dass er den Theo-Darsteller, Florian Burgkart, von einer früheren Produktion kannte und dass Laurin und König Dietrich von echten Schauspielern gespielt wurden. Einmal habe in der Früh plötzlich Schnee gelegen, die Aufnahmen mussten unterbrochen werden. Von den 90 Minuten Film, die täglich gedreht wurden, sind schließlich drei Minuten verwendet worden, beantwortet er eine Frage. Und ja, mit 1,3 Millionen Euro war der Film schon sehr teuer.

Zum Film: Thronfolger Theo ist für seine 16 Jahre viel zu klein gewachsen. Dass er ein intelligentes und gewitztes Kerlchen ist, lässt seinen Vater, König Dietrich (Rufus Beck), kalt. Damit der Sohn groß und stark wird, muss er eine Tortur nach der nächsten über sich ergehen lassen. Es interessiert den König wenig, dass das Volk leidet, seit er die Zwerge aus seinem Land verbannt hat. Nichts wächst mehr, kein Baum, kein Strauch. Als Theo im Gebirge in eine Schlucht stürzt, rettet Laurin ihm das Leben und nun soll dieser alle Schnecken im Garten des Zwergenkönigs einsammeln. Aus der schicksalhaften Begegnung wird eine ungewöhnliche Freundschaft.

Zum Jubiläum kommt Regisseur Norbert Lechner am 22. März in die Filmstation Gilching und gibt Einblick in den Dreh zu "Ente gut". Am 15. Juni erläutert Filmkomponist Rainer Bartesch Musik und Ton. Danach gibt's "Shaun, das Schaf"