Grundsteinlegung Soldaten machen Platz für Patienten

Architekt Achim Hoffmann ist wie alle anderen froh, dass mit dem Bau des neuen Benedictus-Krankenhauses endlich begonnen werden kann.

(Foto: Arlet Ulfers)

Auf dem Bundeswehrgelände wird der Grundstein für das Benedictus-Krankenhaus gelegt. Der Neubau mit 200 Klinikbetten sowie 50 Wohnungen sollen bis 2019 fertig sein

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Feldafing

Sechs Jahre hat die Planung gedauert, jetzt konnte der symbolische Grundstein gelegt werden für die neue Artemed-Klinik, die auf einem abgeteilten Bereich des Bundeswehrgeländes in Feldafing entsteht. Am Mittwochabend trafen sich dazu die Klinikleitung, Mitarbeiter, Bürgermeister Bernhard Sontheim und Baufirmen. Wegen des strömenden Regens fand die Feier in einem Zelt statt. Die "Zeitkapsel", die die aktuellen Ausgaben von Tageszeitungen und Kleingeld enthält, soll erst bei besserem Wetter in die Baugrube eingemauert werden.

Alle Festredner zeigten sich erleichtert, dass der Bau nun endlich beginnen kann. "Unsere Träume werden jetzt allmählich Gestalt bekommen", sagte der Geschäftsführer der Benedictus-Krankenhäuser in Feldafing und Tutzing, Simon Machnik, der das langwierige Verfahren federführend vorangetrieben hat. "Ich bin heilfroh und gottfroh, dass wir heute die Grundsteinlegung vornehmen können", meinte Bürgermeister Sontheim, der darauf hinwies, dass der Gemeinderat die Klinikpläne von Anfang an unterstützt habe.

Auf dem 50 000 Quadratmeter großen Areal sollen ein 200 Betten fassender Klinikneubau mit einer Fläche von 17 000 Quadratmetern entstehen sowie vier Wohngebäude. Um das Bauvorhaben war lange gestritten worden. Insbesondere die insgesamt 50 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen für die Mitarbeiter standen in der Kritik bei den Anwohnern in der Siemensstraße. Die Auseinandersetzungen mündeten in einen Bürgerentscheid vor zwei Jahren, bei dem aber 80 Prozent der Feldafinger für das Bauvorhaben stimmten. Das bestehende Klinikgebäude in der Feldafinger Ortsmitte ist längst veraltet. Als 2011 Kaufverhandlungen mit der Bundeswehr geführt wurden, ging die Klinikleitung davon aus, dass die Reha-Einrichtung schon 2016 verlagert werden kann. Nun soll der Neubau so schnell wie möglich vorangetrieben werden.

In den vergangenen sechs Monaten waren die Altbauten der Bundeswehr sowie eine riesige Bodenplatte, auf der früher die Panzer fuhren, abgerissen worden. Das Altmaterial wurde für den Bau einer neuen Zufahrt von der Staatsstraße 2063 aus verwendet. Nach Angaben des Architekten und Bauleiters Achim Hoffmann wurden 20 000 Kubikmeter Erde bewegt, um die Baugrube auszuheben. Damit die Bodenplatte für den Rohbau verlegt werden kann, muss die Baugrube nach dem starken Regen allerdings erst trockengelegt werden. Bis Mai kommenden Jahres soll der Rohbau und bis zum Frühjahr 2019 der Innenausbau fertig sein. "Wir haben ganz gute Chancen, dass ein Ende absehbar sein wird", sagte Hoffmann. Für kurze Zeit werde man noch einmal auf die Siemensstraße ausweichen müssen, erklärte er.

Laut Klinik-Geschäftsführer Machnik wird dies beim Bau der Wohngebäude der Fall sein, die parallel zum Klinikbau entstehen sollen. "Wir müssen und wollen 2019 fertig sein und mit dem Betrieb beginnen", betonte er. Die Gebäude mit ihren zurückhaltenden Fassaden aus Naturstein, Holz und Glas sollen sich gut in die Landschaft einfügen. Neben dem Parkplatz sowie einem Bereich für die Zulieferung sollen zusätzlich zwei landschaftlich schön gestaltete Innenhöfe entstehen. Das Gelände selbst wird ebenfalls stark eingegrünt. Das Villino-Haus im Süden des Areals sei bereits "aufgehübscht" worden, sagte Machnik.