Gauting Mahnmal in Israel

Der jüdische Friedhof in Gauting wird in Yad Vashem gewürdigt

Von Martin A. Klaus, Gauting

Der jüdische Friedhof in Gauting wird mit einem Mahnmal in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel gewürdigt. Mit dieser Mitteilung überraschte Vorstandsmitglied Sabine Baumgartner auf der Jahreshauptversammlung des Vereins "Gedenken im Würmtal", der heuer am 30. April zum 19. Mal den Gedenkzug entlang der Mahnmale des Todesmarsches durch das Würmtal organisiert. Auslöser der Entscheidung zugunsten dieses Mahnmals war das 2005 erschienene Buch "Überleben und Neubeginn" von Walter Fürnrohr und Felix Michalke. Die Autoren berichten dort über das DP-Hospital Gauting, wo Tausende kranke KZ-Opfer und Zwangsarbeiter, darunter zahlreiche Juden, ärztlich versorgt wurden.

Juden, die ihren Leiden erlagen, wurden im heutigen jüdischen Friedhof beigesetzt. Die Tochter eines überlebenden jüdischen Patienten habe in New York das Buch gelesen und einen Erinnerungshinweis an Gautings jüdischen Friedhof in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem angeregt. Ihr Vorschlag wird derzeit realisiert, berichtete Sabine Baumgartner, am 30. Mai findet die Einweihung statt. Zur Feierstunde wird auch eine Delegation aus Gauting anreisen.

Der 90-jährige Historiker Walter Fürnrohr aus Gauting ist selbst Mitglied des Vereins Gedenken im Würmtal. Der Professor leitete dort nach seiner Emeritierung viele Jahre einen Verein zu Erforschung der lokalen Zeitgeschichte. Der Verein Gedenken im Würmtal veranstaltet seit mehreren Jahren am Totensonntag eine Gedenkstunde für die Verstorbenen auf dem Gautinger jüdischen Friedhof.