Schauspieler-Legende Freistaat will Albers-Villa behalten

Die Albers-Villa in Garatshausen ist seit Jahren verwaist. Nun werden die Pläne, ein Restaurant samt kleinem Hotel zu bauen, wieder aktuell.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Ein Sinneswandel im Landtag macht den Weg frei für eine konkrete Planung, wie das Grundstück am Seeufer genutzt werden könnte. Die Gemeinde Feldafing favorisiert ein Restaurant mit Hotel

Von Otto Fritscher, Garatshausen

Der Freistaat Bayern ist jetzt doch bereit, auf den Verkauf der Albers-Villa zu verzichten. Das hat die Immobilien Freistaat Bayern dem Feldafinger Bürgermeister Bernhard Sontheim mitgeteilt. Stattdessen erklärt sich die Immobiliengesellschaft des Freistaats einverstanden mit einer langfristigen Verpachtung des Grundstücks im Zuge des Erbbaurechts auf mindestens 30 Jahre. "Das ist eine gute Nachricht", sagte Sontheim zur SZ, denn damit komme der ins Stocken geratene Planungsprozess für das Filetgrundstück direkt am Seeufer im Ortsteil Garatshausen wieder in Gang.

Der Feldafinger Gemeinderat favorisiert ein nobles Restaurant mit einem angeschlossenen kleinen Hotel. Der Freistaat hatte das Grundstück ursprünglich meistbietend als Wohnimmobilie an einen privaten Investor verkaufen wollen, war aber am Widerstand und der Hinhaltetaktik der Gemeinde gescheitert. Dieter Knauer, Geschäftsführer der Immo Bayern, erklärt den Sinneswandel mit einer neuen Generallinie, die der Haushaltsausschuss des Landtags vorgebe: Strategisch wichtige oder historisch bedeutsame Immobilien soll der Freistaat nicht mehr veräußern, sondern lediglich verpachten.

Bis zu zehn Millionen Euro waren als Verkaufspreis für das Grundstück im Gespräch. Der Käufer hätte das oft veränderte Haus abreißen können, da es nicht unter Denkmalschutz steht, und auf dem Grundstück in 1a-Lage neu bauen dürfen. Wie groß und wie viel Baumasse zulässig wäre, hätte die Gemeinde im Bebauungsplan festlegen müssen. Dieser lag aber mehr oder weniger auf Eis. "Wir wollen ja eine öffentliche Nutzung der Albers-Villa, so wie es auch im Kaufvertrag mit dem Freistaat damals festgelegt worden ist", erklärt Sontheim. Diese Auflage hatte die Lebensgefährtin von Albers, Hansi Burg, in den Vertrag hineingeschrieben. Auch der Garatshauser Kulturverein ist froh über die neue Wendung. Der Verein hatte sich an den Petitionsausschuss des Landtagsgewandt mit dem Ziel, den Verkauf zu verhindern. "Jetzt haben wir zwar das Ziel der Petition erreicht, aber es sind vier Jahre vergangen, und auf dem Grundstück ist nichts passiert", sagt Andreas Kapphan, Schatzmeister des Kulturvereins. Jetzt müsse das zweite Ziel der Petition, das Areal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, rasch erfüllt werden. "Ein Hotel ist gut, aber es muss auch ein öffentlicher Spazierweg am Seeufer geschaffen werden", fordert Kapphan. "Fürs erste" könne man die alte Villa aber für die örtlichen Vereine öffnen oder ein kleines Café einrichten, auch eine "vorübergehende museale Nutzung" hält Kapphan für möglich.

Die Debatte über die Nutzung des Albers-Grundstücks hat eine lange Vorgeschichte. Es gab schon viele Ideen, von einem Spielcasino bis hin zu einer Unterkunft für unbegleitete jugendliche Asylbewerber, was vor kurzem verworfen wurde. Nun wird die Gemeinde laut Sontheim den Bebauungsplan vorantreiben und sich Gedanken über die zulässige Baumasse machen. "Ende 2016, Anfang 2017", stellt sich Immo-Bayern-Chef Knauer vor, könnte dann die öffentliche Ausschreibung erfolgen, bei der sich Investoren dann um das Albers-Areal bewerben können. "Wir hätten lieber eine Wohnbebauung gehabt, aber wir gehen den Weg jetzt mit", sagt Knauer. Dies sei auch mit dem Finanzministerium abgeklärt.

Die Albers-Villa wurde 1865 vom Oberstabsarzt Ludwig Loé gebaut, ging dann in den Besitz der Familie von Thurn und Taxis über. 1934 erwarb Hans Albers die Villa und bewohnte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1960. Die Abendschau des Bayerischen Fernsehen plant an diesem Donnerstag einen Beitrag über die Albers-Villa. Die Sendung beginnt um 18 Uhr.