Größtes Sportfest im Fünfseenland Mit letzter Kraft ins Stadion

Der Anstieg vom See hinauf verlangt den Läufern viel ab. Die Staffel der LG Würm Athletik setzt sich wieder unangefochten ans Ziel, und die Jugend ist diesmal so stark vertreten wie noch nie zuvor

Von Peter Haacke, Feldafing

Das größte Sportfest im Fünfseenland hat alle Erwartungen erfüllt. 1620 Aktive starteten am Samstag bei der 32. Auflage des Starnberger Landkreislaufs, die anlässlich des 900-jährigen Bestehens in der Gemeinde Feldafing stattfand. Bei gerade noch akzeptablem Wetter blieben zumindest jene Teams trocken, die sich in der vorderen Hälfte des Feldes platzieren konnten.

Aus sportlicher Sicht blieb alles beim Alten: Die Staffeln der LG Würm Athletik waren erneut eine Klasse für sich und setzten sich wie schon in den Vorjahren sowohl bei den Damen als auch bei den Herren souverän durch. Zweiter der Gesamtwertung wurde die Staffel des Kreisjugendrings Regen, das zweitschnellste Damen-Team stellte der TSV Gilching. Die Landkreiswertung beim Nachwuchs, der diesmal mit 22 Mannschaften - inklusive der Gäste vom KJR Regen - so stark wie noch nie zuvor vertreten war, gewannen die "Wilden Kerlchen Gilching", die zum zweiten Mal ausgeschriebene Firmenwertung sicherte sich die Mannschaft der Akademie für Politische Bildung in Tutzing.

Den Teilnehmern wird vor allem der lange Anstieg vom Ufer hinauf zum Feldafinger Stadion in Erinnerung bleiben. Auf den letzten 200 Metern im Stadion spielten sich teils erbarmungswürdige Szenen ab: Ausgezehrt und nach Luft schnappend schleppten sich viele Läufer mit letzter Kraft unter Anfeuerung der Teamkameraden ins Ziel. Den kraftraubenden Anstieg, den alle Aktiven zu bewältigen hatten, meisterten die Kinder noch am leichtfüßigsten, während vor allem ältere Läufer höherer Gewichtsklassen sich hier deutlich schwerer taten - wie etwa Landrat Karl Roth, der als Schlussläufer seines Teams im einsetzenden Regen Sonderapplaus einheimste.

In sportlicher Hinsicht ergab sich an der Spitze ein weiteres Mal das ewige Duell zwischen den Herren der LG Würm Athletik (2:38:10) und den Gästen vom KJR Regen (2:38:31). Am Ende trennten die beiden Top-Teams, die auf den drei Teilstrecken über 5,7 Kilometer, vier und drei Kilometer teilweise erstaunliche Zeiten vorlegten, lediglich 20 Sekunden; drei Minuten später erreichte der Schlussläufer des LC Buchendorf das Ziel. Auch bei den Damen dominierte die LG Würm Athletik (3:09:59), die sich vor dem TSV Gilching (3:19:52) und LC Buchendorf (3:21:24) einen respektablen Zehn-Minuten-Vorsprung verschafft hatte. Nicht minder verbissen wurde auch auf den hinteren Plätzen erbittert um jeden Meter und jede Sekunde gekämpft. Teilweise trennten die Schlussläufer im Ziel nur wenige Sekunden.

Am erfreulichsten aus Sicht des Veranstalters ist die hohe Anzahl teilnehmender Kinderteams: Einige der teils erst Sieben- und Achtjährigen hatten sogar in der Gruppe mehrfach in Feldafing trainiert. Doch auch die Jugendlichen waren stark vertreten und zelebrierten ihre Teilnahme auf besondere Art, wie etwa der MRSV "Bayern", der hinter seiner "Mädels"-Schlussläuferin eine riesige Vereinsfahne mit ins Ziel schleppte. Älteste Teilnehmer waren diesmal die 75-jährige Helga Janich sowie der 71-jährige Siggi Ruf.

"Alles gut gelaufen", befand Chef-Organisator Bernhard Frühauf, der zusammen mit seinen rund 65 Helfern wieder exzellente Arbeit geleistet hatte. Sogar die Sporttaschen, in diesem Jahr das Erinnerungsgeschenk, waren rechtzeitig eingetroffen. Nur eines wurmte Frühauf gewaltig: Das EDV-Programm hatte einen Aussetzer. Die Ergebnislisten, die überdies nachkorrigiert werden mussten, weil der LC Buchendorf 3 virtuell verschwunden war, lagen bei der Siegerehrung in der Brunnangerhalle aufgrund des Defektes nicht vor.