Feldafing Abbruch ohne Altlasten

Besuchten die Baustelle der Artemed-Klinik in Feldafing (v.li.): Florian Grafwallner, Simon Machnik und Bürgermeister Bernhard Sontheim.

(Foto: Nila Thiel)

Artemed will 2017 mit Neubau auf Bundeswehr-Areal starten

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Feldafing

Es hat sich viel geändert auf dem abgeteilten Bereich des Bundeswehrgeländes in Feldafing, auf dem die neue Artemed-Klinik entstehen soll. Die langgezogenen Baracken sind zum größten Teil abgerissen. Nur die Gebäude auf Höhe der Siemensstraße blieben stehen und wurden renoviert. Dort werden Klinik-Mitarbeiter wohnen, bis die geplanten Wohnungen fertig sind. Für das rund fünf Hektar große, von der Kaserne abgetrennte Areal wurde provisorisch eine Zufahrt angelegt.

Lange war um das Vorhaben gestritten worden. 2015 kam es zum Bürgerentscheid, der positiv für die Klinik ausging. Und am Dienstag hat das Landratsamt die Baugenehmigung erteilt - zur großen Erleichterung von Simon Machnik, Geschäftsführer des Benedictus-Krankenhauses in Feldafing, und Bürgermeister Bernhard Sontheim. Positiv überrascht zeigten sie sich am Donnerstag bei der Besichtigung der Baustelle auch darüber, dass auf dem Gelände keine Altlasten gefunden wurden. "Wir hatten damit gerechnet, dass einiges entsorgt werden muss", sagte Machnik. Doch laut Florian Grafwallner, Baureferent der Artemed-Klinik, hatten Untersuchungen ergeben, dass nichts kontaminiert, ist. "Es ist alles astreines Baumaterial." Die Feldafinger Kaserne wurde Mitte der 50er Jahre gebaut. Weil in den Kasernen in Krailling und Bad Tölz schwer belastetes Material gefunden worden war, rechnete man in Feldafing ebenfalls mit Altlasten. Sontheim hofft nun, dass das restliche Gelände, das die Bundeswehr voraussichtlich 2020 verlassen wird, ebenfalls frei ist von Altlasten.

Die Abbrucharbeiten auf dem Artemed-Areal laufen seit Wochen auf Hochtouren. Mit dem Abbruchmaterial wurde die provisorische Zufahrt aufgefüllt, damit auch schweres Gerät und Lkws auf die Baustelle gelangen und die Anwohner nicht belästigt werden. Das Verhältnis zur Nachbarschaft habe sich unterdessen eingerenkt, betonte der Geschäftsführer. "Für alle Probleme haben wir Lösungen gefunden. Wir sind konstruktiv vorangekommen." Ausdrücklich lobte Machnik auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr: Die provisorische Erschließung über die Kaserneneinfahrt zweigt vor dem Kasernenzaun ab und führt über gerodetes Areal.

Schwierigkeiten gab es lediglich bei den Bodenplatten, die selbst Panzern standhalten. Sie können nur mit speziellen Maschinen gehoben werden, bislang ist lediglich ein Viertel der Betonfläche entfernt. Das einsturzgefährdete ehemalige Schulungsgebäude wird noch dieses Jahr abgerissen. Nur das Heizungsgebäude bleibt stehen. Zwar werden die Fernwärmeleitungen zur Klinik gekappt, doch bis zum Abzug der Truppe wird die Heizung benötigt für die Kasernengebäude auf dem mehr als 30 Hektar großen Areal.

Das Vorhaben auf dem Bundeswehrareal soll schnellstmöglich vorangetrieben werden: 2017 soll es losgehen, 2019 soll die neue Klinik in Betrieb gehen. Seit 2011 wurden Verhandlungen geführt in der Hoffnung, dass die Klinik 2016 verlagert werden kann. Zu den Kosten wollte Machnik keine konkreten Angaben machen: "Sie liegen deutlich im zweistelligen Millionenbereich."