Formsache Dichter des Südens

"Reim Time" heißt die neue Tour des Münchner Wortakrobaten und Musikers Willy Astor. Am 22. April tritt er damit im Prinzenregententheater auf.

(Foto: Haas)

Willy Astor über Breitner-Krimis und Whisky-Trinken mit Udo Lattek

SZ: Sport ist . . .

Willy Astor: Für mich derzeit, wenn ich jeden Tag meine Rückenübungen mache und mit meinem Border Collie laufen gehe.

Ihr aktueller Fitnesszustand?

Wenn der L5 (Lendenwirbel, d. Red.) nicht ziept - sauguad.

Felgaufschwung oder Einkehrschwung?

Felge in Verbindung mit Einkehr. Will heißen: Sport darf nicht zur Manie werden.

Sportunterricht war für Sie?

Eine Erholung von Chemie und Physik und eine wunderbare Kompensierung. Einfach, weil ich gut darin war.

Ihr persönlicher Rekord?

Drei Auftritte an einem Tag. Ich glaube, das war 1992.

Stadionbesucher oder Fernsehsportler?

Ins Stadion gehe ich selten, auch wenn ich als "Stern des Südens"-Komponist großzügiger Weise immer eine Karte bekomme. Wenn ich zu Hause bin, höre ich lieber eins zu eins die Bundesliga im Radio. Harry Valérien war und ist immer noch ein großes Vorbild von mir.

Bayern oder Sechzig?

Als Hasenbergler traditionell rot, klar. In meiner Jugend habe ich die damalige Mannschaft vergöttert. Als Rummenigge aus Lippstadt dazukam, ging ich immer raus. Einmal, als ich so zwölf war, rief ich sogar bei Franz Beckenbauer an, weil der Name im Telefonbuch stand. Es war sein Vater - ein wunderbarer Moment, weil er mit meiner Nervosität toll umging. Ich konnte kaum einschlafen, weil ich dem Kaiser damals so nah war.

Ihr ewiges Sport-Idol?

Günter Netzer forever.

Ein prägendes Erlebnis?

Als ich bei einer Radiosendung plötzlich als Überraschung mit Günter Netzer verbunden wurde und er Anekdoten aus seiner Zeit bei Gladbach und Real Madrid erzählte. Und: Als ich mit Paul Breitner vor ein paar Jahren einen Ausflug machte und er mir erzählte, was er empfand, als er '74 den Ball auf den Elfmeterpunkt legte. Besser als jeder Krimi, wie Paul das schilderte. Und last but not least: eine Reise mit dem FC Bayern nach Glasgow, bei der ich Gerd Müller und Udo Lattek in einer Whisky-Destillerie die Hand schüttelte.

In welcher Disziplin wären Sie Olympiasieger?

Pferde von hinten aufzäumen.

Mit welcher Sportlerin/welchem Sportler würden Sie gerne das Trikot tauschen?

Mit keinem. Ich fühle mich in meinem Trikot auch sehr wohl, ziehe aber meinen Hut vor jedem Sportler, der seinen Beruf ohne Zuhilfenahme von Motoren ausübt. Also olympisch im besten Sinne.

Unter der Rubrik "Formsache" fragt die SZ jede Woche Menschen nach ihrer Affinität zum Sport. Künstler, Politiker, Wirtschaftskapitäne - bloß keine Sportler. Wäre ja langweilig.