SPD-Schlappe in München "Die Münchner SPD kann sich auf kein Milieu mehr stützen"

Der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude bescheinigt seiner Partei im SZ-Interview, dass sie den Kontakt zum echten Leben weitgehend verloren habe.

Von Frank Müller

Nach dem Absturz der Münchner SPD bei der Bundestagswahl auf ein stadtweites Ergebnis von nur noch 16,2 Prozent wird die Debatte in der Partei um Konsequenzen schärfer.

Alt-Oberbürgermeister Christian Ude bescheinigt seiner SPD im SZ-Interview, sie habe den Kontakt zum realen Leben in München weitgehend verloren. "Die Münchner SPD kann sich außer auf den eigenen Funktionärskreis in München auf kein Milieu mehr stützen", sagte Ude, wichtige Themengebiete wie Wirtschaft, den Kontakt zu religiösen Gruppen oder auch die Probleme der Mieter habe sie aus den Augen verloren. Stattdessen definiere sich die Partei "zu 90 Prozent über Minderheitenthemen", sagte Ude weiter.

Bei der Wahl war die SPD, die in München mit Dieter Reiter den Oberbürgermeister stellt und in einer großen Koalition die Stadt regiert, nur noch auf Platz drei gekommen hinter der CSU und den Grünen. Solche schlechten Ergebnisse seien "kein Naturgesetz", mahnte Ude und verwies darauf, dass die SPD noch bei der vergangenen Landtagswahl beim Münchner Resultat deutlich zugelegt hatte. Damals, im Jahr 2013, war Ude selbst Spitzenkandidat.

"Das ist der richtig helle Wahnsinn"

Die Immobilienspekulanten überlässt die SPD dem Mieterverein, die Wirtschaftsthemen der CSU, auch in der schwul-lesbischen Szene oder an Hochschulen ist die Partei nicht präsent. Daher verliert sie Wähler - eine fatale Entwicklung, urteilt der frühere Oberbürgermeister Interview von Frank Müller mehr...