Sendlinger Tor So soll der neue U-Bahnhof aussehen

Er wurde für 50.000 Fahrgäste geplant, heute nutzen ihn fast 150.000: Der U-Bahnhof am Sendlinger Tor wird umgebaut. Er soll künftig in kräftigem Blau und Gelb leuchten. Geplant sind auch neue Rolltreppen.

Von Marco Völklein

Große Flächen in Gelb und Blau auf den Bahnsteigebenen, eher dunkle Decken, von denen sich die markanten Leuchten abheben im Verteilergeschoss - so soll der U-Bahnhof Sendlinger Tor in ein paar Jahren aussehen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft wird von 2015 an den zentralen Umsteigeknoten komplett umbauen und dabei auch die mehr als 40 Jahre alten Decken-, Wand- und Bodenbeläge durch neue Materialien ersetzen.

Den Gestaltungswettbewerb gewann jetzt die Münchner Planungsgemeinschaft Raupach + Bohn; das Lichtkonzept hat sich der Münchner Ingo Maurer ausgedacht, der bereits für die derzeit laufende Umgestaltung des Zwischengeschosses unter dem Marienplatz den Zuschlag erhielt. Insgesamt hatten sich zwölf Büros an dem Gestaltungswettbewerb beteiligt.

Die Jury befand, dass der Vorschlag der Planer "vor allem durch sein ästhetisch einfallsreiches und funktional tragfähiges Konzept" überzeugt, teilte die MVG am Donnerstag mit. Die bislang schon dominierenden Farben Blau und Gelb würden künftig "auch die Farbgebung des neuen U-Bahnhofs bestimmen, aber nicht mehr nur als Wand- oder Stützenverkleidung, sondern als kraftvoll inszenierte Raumidee", erklärte die Jury-Vorsitzende Hannelore Deubzer, Professorin an der Technischen Universität München. Durch den Einsatz der unterschiedlichen Farben werde die "komplexe Verschachtelung der einzelnen Geschosse mühelos entflochten".

In der Tat plant die MVG, dem bereits bestehenden Gewirr von Gängen, Rolltreppen, Aufzügen sowie Auf- und Abgängen unter dem Sendlinger-Tor-Platz weitere Bauteile hinzuzufügen. So soll unter anderem ein neuer Ausgang von der U1/2-Ebene direkt an die Oberfläche führen, um die bestehenden Ausgänge zu entlasten. Ein neuer Verbindungsweg an den nordwestlichen Enden der U1/2-Bahnsteige, "Bypass" genannt, soll ebenfalls helfen, die Fahrgastströme zu entzerren.

Außerdem wollen die Planer und Ingenieure der MVG einige Rolltreppen um 180 Grad drehen, damit sich ein- und aussteigende Fahrgäste künftig weniger in die Quere kommen. Um insgesamt mehr Platz für die Fahrgäste zu schaffen, sollen auch einzelne Mauern herausgebrochen und Teile der Technik (etwa für Heizung und Belüftung) verlagert werden. Mit fast 150.000 Fahrgästen täglich zählt der U-Bahnhof Sendlinger Tor zu den am stärksten frequentierten im gesamten Münchner U-Bahn-Netz. Geplant war er mal für 50.000 Nutzer täglich.

Mit dem Umbau selbst wird die MVG indes nicht sofort loslegen. Eine "immense Herausforderung", sagt MVG-Chef Herbert König, sei der komplizierte Bauablauf für die Planer. Alles muss detailliert vorbereitet werden, da der Umbau bei laufendem Betrieb stattfinden soll. König rechnet mit mindestens vier Jahren Bauzeit. Zuvor muss der Umbau noch genehmigt werden - und auch das dauert. Mit dem Baubeginn ist daher nicht vor 2015 zu rechnen.