Raser gestellt 26 Mal geblitzt

Ein 17-Jähriger ist in den vergangenen Wochen 26 Mal wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden. Nun hat die Polizei den Raser gefasst - ihm droht eine saftige Strafe. Vor allem weil er einige Male bei voller Fahrt den Stinkefinger in die Kamera gehalten hat.

Die Verkehrssünderkartei in Flensburg ist um eine Stilblüte reicher. Denn was ein 17-jähriger Münchner in den vergangenen Wochen am Richard-Strauß-Tunnel veranstaltet hat, besitzt Seltenheitswert. Der Jugendliche ist binnen weniger Wochen 26 Mal auf seinem Motorrad an ein und derselben Stelle geblitzt worden. Mit seinem illegal frisierten Motorrad raste er teilweise mit über 100km/h durch den Tunnel. Aber damit nicht genug. Die Polizei berichtet, dass der 17-Jährige teilweise mit ausgestrecktem Mittelfinger an den Kameras vorbeigefahren ist. Das hat nun ein Ende.

Am 29. April gegen Mitternacht konnte die Münchner Polizei den Verkehrssünder endlich stellen. Da der Schüler seine Maschine getunt hat und nur einen Führerschein für Leichtkrafträder besitzt, wurde er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angezeigt. Zusätzlich erfüllt das Zeigen des Mittelfingers den Tatbestand einer Beleidigung. Um die Manipulationen der 125-ccm-Maschine genau festzustellen, wurde diese zur Polizeiverwahrstelle verbracht. Dort prüft nun ein Sachverständiger das Motorrad und erstellt ein technisches Gutachten.

Bei seiner Vernehmung zeigte sich der 17-Jährige geständig. Ihm blühen nun für jede der 26 Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 31 km/h innerorts ein Bußgeld von 160 Euro, drei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei und einen Monat Fahrverbot. Die Staatsanwaltschaft prüft zudem die Tatbestände des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und der Beleidigung. Was dem Jugendlichen genau droht, ist noch nicht bekannt. Eines ist jedenfalls sicher: Den Führerschein wird er abgeben müssen.