Oktoberfest 2013 Knapp zehn Euro für die Wiesn-Maß

Oktoberfestmaß bleibt unter 10 Euro

(Foto: dpa)

Die Wiesnwirte erhöhen wieder kräftig die Preise - die magische Grenze von zehn Euro will allerdings keiner beim Oktoberfest 2013 überschreiten. Doch die Preise für die Maß unterscheiden sich von Zelt zu Zelt.

Von Silke Lode

Noch ist sie nicht gerissen, die Marke von zehn Euro für eine Maß Bier auf dem Oktoberfest. Doch die Wiesnwirte haben auch in diesem Jahr durch die Bank ihre Preise erhöht, bis zu 9,85 Euro kostet ein Liter Festbier in den großen Zelten. Weniger als 9,80 Euro verlangen nur drei der 13 Festhallen, die Wiesnbier ausschenken: In der Ochsenbraterei werde 9,70 Euro fällig, im Hofbräuhaus-Festzelt 9,75 Euro, und das Augustiner-Zelt ist mit 9,60 Euro pro Maß der günstigste Biertempel.

"Stattlich" findet der für das Oktoberfest zuständige Wirtschaftsreferent Dieter Reiter diese Preise - seine Mitarbeiter haben einen Durchschnittspreis von 9,66 Euro für eine Maß Wiesnbier errechnet. "Ich hoffe, diese Erhöhung reicht für das nächste Jahr mit und die Preise bleiben 2014 stabil", sagt Reiter.

Ein hehrer Wunsch, den die Wirte aber seit vielen Jahren nicht erfüllt haben. Allein im Vergleich zum Vorjahr haben sie wieder kräftig zugelangt: Kein Festwirt hat sich mit einer Bierpreiserhöhung von weniger als drei Prozent zufrieden gegeben. Die Ochsenbraterei, die 2012 mit 9,20 Euro das günstigste Bier angeboten hatte, hat die Preise sogar um mehr als fünf Prozent erhöht, ebenso das Armbrustschützenzelt (9,85 statt 9,35 Euro).

Wer keinen Alkohol trinken will, kommt nur unwesentlich billiger weg. Wasser gibt es relativ günstig nur im Hippodrom für sechs Euro pro Liter. Doch selbst beim Wasser kennen die Wiesnwirte kein Pardon, bis zu neun Euro verlangen sie pro Liter (im Armbrustschützenzelt). Noch happiger wird es beim Spezi: Im Käferzelt sind für das Mischgetränk wie für die Maß Bier 9,80 Euro fällig. Und wer meint, mit alkoholfreiem Bier seinen Wiesnbesuch billiger gestalten zu können, der hat sich getäuscht: Ausnahmslos alle Wirte verlangen den gleichen Preis wie fürs Festbier.

Die Stadt legt Wert darauf, dass die Getränkepreise nicht von ihr festgelegt werden. Auf der Wiesn herrsche der freie Markt, heißt es aus dem Wirtschaftsreferat. Die Preise würden lediglich auf ihre Angemessenheit überprüft, als Vergleich werden die Bierpreise der Münchner Großgastronomie herangezogen. Lediglich bei "Wucher" könne die Stadt eingreifen, erklärt Pressesprecher Wolfgang Nickl. Das ist gefühlt bei 15 Euro für eine Maß Weißbier im Weinzelt (14,20 Euro bei Käfer) der Fall, doch Nickl erklärt, dass "Wucher" nach der juristischen Definition erst beim doppelten marktüblichen Preis beginnt.

Einen Überblick über die Reservierungsbedingungen auf dem Oktoberfest hat das Wirtschaftsreferat ebenfalls erstellt. Aus den Zahlen, die auf der Internetseite der Behörde veröffentlicht sind, geht hervor, wie teuer eine Stunde am reservierten Wiesntisch im Schnitt wird. Die Unterschiede sind gewaltig - und dürften doch keinen Wiesn-Kenner überraschen: Mit Abstand am teuersten sind das Hippodrom, Käfer sowie das Weinzelt.