Die Mehrheit der Münchner Studenten hat gegen ein Semesterticket gestimmt. Vor allem den Studenten der LMU ist die angestrebte Lösung zu teuer.
Die Kämpfer für ein Semesterticket für Studenten sind in ihrem Vorhaben gescheitert. Die Abstimmung, die zwei Wochen lang im Internet lief, brachte keine Mehrheit für das Ticket, mit dem Studenten zum Pauschalpreis das MVV-Netz nutzen könnten.
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Nur an zwei der drei großen Hochschulen - der Technischen Universität (TU, 82,5 Prozent) und der Hochschule München (HM, 65,5 Prozent) - erreichten die Befürworter die Mehrheit. An der Ludwig-Maximilians-Universität hingegen wollten das nur 47,9 Prozent. Das alles indes bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung: Insgesamt gaben 45.000 Studenten ihre Stimme ab und damit in allen Einrichtungen weit mehr als die vom MVV geforderten 20 Prozent (LMU: 51,2 Prozent, TU: 64,8 Prozent, HM: 43,7 Prozent).
Dieses Interesse und die eindeutigen Werte an TU und HM beflügeln die Organisatoren auch, weiter zu kämpfen. Ziel sei nun, dass das Angebot zumindest an diesen beiden Hochschulen eingeführt werde. Sie setzen dabei darauf, dass die Spitzen der Stadt München und des Freistaats die Ergebnisse als Aufforderung zum Handeln verstehen.
"Mehr als 80 Prozent Zustimmung an der TU - man kann die Leute nicht einfach vor den Kopf stoßen", sagt Christian Briegel von der TU-Fachschaft. In zwei bis drei Jahren könne man eine optimierte Version des Tickets entwickeln, das auch die Mehrheit der LMU-Studenten anspricht.
Die großen Unterschiede erklären sich mit der Wohnsituation: Während viele Studenten von TU und HM von außerhalb anreisen, wohnen die meisten LMU-Studenten im Stadtgebiet. Das Ticket mit komplizierter Konstruktion - ein pauschaler Sockelbetrag von 78,50 Euro pro Semester für alle und weitere 143,50 Euro für die tatsächlichen Nutzer - ist für sie schlicht zu teuer.
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(SZ vom 07.12.2009/wib)
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Ich persönlich finde das Modell nicht auch unbedingt die beste Lösung, aber andere Städte schaffen es ja auch irgendwie (siehe Stuttgart mit einem Sockelbeitrag von 35). Wieso lässt es sich in München nicht durchsetzen???
AngelDark666
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Das ist es ja gerade - jeder soll gezwungen werden, ein reines "Freizeit-Ticket" zu bezahlen. Nur damit einige weniger zahlen müssen, als sie es jetzt tun. Ist ja wirklich schön wenn ich quer durch halb Oberbayern fahren kann für mein Geld, dann kann ich ja im Sommer morgens um 4, halb5 mal schnell an den Starnberger See fahren - eine Runde schwimmen, oder im Winter am Samstag die Ski schultern und mit Bus und Zug und dann wieder Bus zum Brauneck fahren (oder gehts über Tölz nicht hinaus) und erhalte somit meine körperliche Fitness um tagsüber zum Studium dann doch das Rad zu benutzen. Und außerdem - Freizeit teilt man meist mit Freunden - wenn die dann kein Semester-Freizeit-Ticket haben sondern z.B. ein Auto dann zahl ich entweder Benzinkostenbeteiligung oder die müssen doch den Zug zahlen...das Ticket ist doch irgendwie nicht so gut wie es dargestellt wird.
Eigentlich bestätigen diese Argumente doch die alten Klischees über Studenten - die kommen nur nach München um hier abzufeiern und die Landschaft zu genießen.
Mag ja sein, daß das Ticket dafür wirklich günstig ist - der Haken daran ist einfach der ZWANG etwas bezahlen zu müssen, was man nicht braucht!
Man könnte ja - wie schon gesagt - auch die Mieten "zwangssolidarisieren" - jeder zahlt eine Zwangsbeitrag - der wird dann auf alle verteilt, die viel Miete zahlen müssen während ihrer Studienzeit....
"TU mit Studiengebühren das Semesterticket finanziert , ist zwar vordergründig löblich"
Neidisch auf eine gute Hochschulleitung?
Sieh's doch mal so: Das Semesterticket wird nicht aus Studiengebühren bezahlt, sondern unsere Hochschule reduziert die Studiengebühren auf 470, falls das Semesterticket kommen sollte. Ist doch löblich, oder? Schließlich demonstriert man an der LMU doch auch für die Abschaffung/Senkung der Studiengebühren.
"obsd in Tutzing scho schifahrn konnst??? "
An der LMU wurde man wohl überhaupt nicht über das Semesterticket informiert. Das Semesterticket gilt auch für die Bayrische Oberlandbahn (BOB) und die fährt bekanntermaßen weiter als bis Tutzing.
Zudem wird niemand gezwungen das Upgrade für das Semesterticktet zu holen. Man kann auch nen ganzes Semester mit dem Fahrrad zur Uni fahren. Dafür aber Abends oder am Wochenende trotzdem bis hinter Tutzing fahrn und das nur für 8,17 pro Monat (wenn man an einer Uni studiert, deren Hochschulleitung sich auch für das Semesterticket einsetzt)... und da musst selbst du zugeben, dass das billiger ist, wie wenn man eine einfache Fahrt für das Gesamtnetz hin- und zurück bucht. Da wäre sogar im Sommer ein Badetag am Stanbergersee für den preisbewußten Studenten drin ;)
Paging