MVV-Studentenpreise zu teuer Semesterticket gescheitert

Die Mehrheit der Münchner Studenten hat gegen ein Semesterticket gestimmt. Vor allem den Studenten der LMU ist die angestrebte Lösung zu teuer.

Von Michael Tibbud

Die Kämpfer für ein Semesterticket für Studenten sind in ihrem Vorhaben gescheitert. Die Abstimmung, die zwei Wochen lang im Internet lief, brachte keine Mehrheit für das Ticket, mit dem Studenten zum Pauschalpreis das MVV-Netz nutzen könnten.

(Foto: Foto: Schellnegger)

Nur an zwei der drei großen Hochschulen - der Technischen Universität (TU, 82,5 Prozent) und der Hochschule München (HM, 65,5 Prozent) - erreichten die Befürworter die Mehrheit. An der Ludwig-Maximilians-Universität hingegen wollten das nur 47,9 Prozent. Das alles indes bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung: Insgesamt gaben 45.000 Studenten ihre Stimme ab und damit in allen Einrichtungen weit mehr als die vom MVV geforderten 20 Prozent (LMU: 51,2 Prozent, TU: 64,8 Prozent, HM: 43,7 Prozent).

Dieses Interesse und die eindeutigen Werte an TU und HM beflügeln die Organisatoren auch, weiter zu kämpfen. Ziel sei nun, dass das Angebot zumindest an diesen beiden Hochschulen eingeführt werde. Sie setzen dabei darauf, dass die Spitzen der Stadt München und des Freistaats die Ergebnisse als Aufforderung zum Handeln verstehen.

"Mehr als 80 Prozent Zustimmung an der TU - man kann die Leute nicht einfach vor den Kopf stoßen", sagt Christian Briegel von der TU-Fachschaft. In zwei bis drei Jahren könne man eine optimierte Version des Tickets entwickeln, das auch die Mehrheit der LMU-Studenten anspricht.

Die großen Unterschiede erklären sich mit der Wohnsituation: Während viele Studenten von TU und HM von außerhalb anreisen, wohnen die meisten LMU-Studenten im Stadtgebiet. Das Ticket mit komplizierter Konstruktion - ein pauschaler Sockelbetrag von 78,50 Euro pro Semester für alle und weitere 143,50 Euro für die tatsächlichen Nutzer - ist für sie schlicht zu teuer.