Mord in Obersendling Polizei tappt im Dunkeln

31-jährige Frau in München erstochen: Blick auf die Halskestraße im Stadtteil Obersendling, wo sich der Mord ereignete.

(Foto: dpa)

18 Mal stieß der Täter zu: Der brutale Mord an einer 31-jährigen Frau in Obersendling bleibt mysteriös. Noch immer sucht die Polizei nach einem Motiv - und nach dem Mörder.

Der brutale Mord an einer 31-jährigen Frau in München bleibt mysteriös. Die Identität des Täters wie auch das Motiv sind weiter vollkommen unklar, teilte die Polizei am Montag in Obersendling, drei Tage nach der Tat, mit.

"Wir schließen nichts aus, aber da dem Opfer keine Wertgegenstände fehlten, gehen wir nicht von einem Raubüberfall aus", sagte der Leiter der Mordkommission, Markus Kraus. Auch eine Sexualstraftat sei unwahrscheinlich. Niemand müsse also Angst haben vor einem wahllos mordenden Täter. Gewisse Indizien sprechen eher für eine Beziehungstat.

Laut Polizei deuten die Vielzahl der Messerstiche und die Vehemenz der Gewalttat auf eine Beziehungstat hin, Täter und Opfer dürften sich also gekannt haben. Der derzeitige Lebensgefährte der Frau stehe jedoch nicht unter Tatverdacht, teilte die Polizei weiter mit.

Die Verlagsangestellte war am Freitagabend im Flur ihres Wohnhauses im Stadtteil Obersendling erstochen worden. Hausbewohner hörten Hilferufe und fanden die Frau hinter der Haustür. Zu diesem Zeitpunkt sei sie noch ansprechbar gewesen, der Notarzt konnte ihr aber nicht mehr helfen. Als Tatzeit gab Kraus, entgegen der ersten Darstellung, nun etwa 21 Uhr an.

Die abgebrochene Klinge der Tatwaffe, vermutlich von einem Küchenmesser, lag noch neben der Frau. "Wir suchen noch nach dem Griff", sagte Kraus. Drei Mülltonnen vom Gelände des Hauses seien zu Durchsuchungszwecken beschlagnahmt worden.

Offenbar war die Frau allein mit der U-Bahn von einem Fitness-Studio nach Hause gefahren. Ob der Täter draußen oder im Hausflur auf sie wartete, ist unklar. Weil es keine eindeutigen Hinweise gibt, befragt die Polizei weiter das Umfeld der Frau, darunter auch Familie und Bekannte aus ihrem Heimatort im sächsischen Bautzen. Von Bürgern seien zwar Hinweise eingegangen, eine heiße Spur sei aber noch nicht dabei.