Unterföhring Ein urbanes Zentrum

Geschäfte, Innenhöfe, Gastronomie, Haus der Bildung: Die Architekten Martin Hirner und Martin Riehl haben den Siegerentwurf vorgelegt.

(Foto: Gemeinde)

Unterföhring präsentiert den Siegerentwurf für die Planung der neuen Ortsmitte zwischen Bahnhof und Föhringer Allee. Wenn es nach dem Willen der Parteifreien Wählerschaft geht, könnte dort auch das neue Rathaus entstehen

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Der Siegerentwurf des Wettbewerbs für die neue Unterföhringer Ortsmitte zwischen Bahnhof und Föhringer Allee hat einen besonderen Charme, wie Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) bei der Präsentation am Freitagnachmittag sagte: Martin Hirner und Martin Riehl vom gleichnamigen Architektur- und Stadtplanungsbüro in München haben auf dem 37 000 Quadratmeter großen Gelände ein vierstöckiges Solitärgebäude vorgesehen. Und genau das könnte das neue Rathaus werden - freilich nur, wenn der Gemeinderat zustimmt.

Der Spatenstich für das Haus der Bildung und Musik ist für 2016 geplant

Einen entsprechenden Antrag hat die PWU-Fraktion bereits am Donnerstagabend eingereicht. Und damit dem Bürgermeister eine Steilvorlage geliefert: Er, so versicherte Kemmelmeyer, halte dies für eine gute Idee. Auf diese Weise könne dort im neuen Zentrum der Kommune eine urbane Fläche entstehen - mit Volkshochschule (VHS) und Musikschule, Geschäften und Gastronomie, wo sich die Unterföhringer gerne aufhalten.

Der Spatenstich für das Haus der Bildung und Musik wird nach den Worten des Bürgermeisters 2016 stattfinden, die weitere Realisierung des Areals wird dann sukzessive erfolgen.

Insgesamt 17 Büros hatten sich an dem Wettbewerb zur Entwicklung der neuen Unterföhringer Ortsmitte beteiligt. In der vergangenen Woche hatte ein Preisgericht, bestehend aus Fachleuten, Bürgermeister Kemmelmeyer und Vertretern der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen, die Sieger gekürt: Das Münchner Büro Hirner und Riehl habe die vielen Vorgaben städtebaulich am besten umgesetzt, die Anordnung der Gebäude mit Innenhöfen und die Übergänge der bestehenden Bebauung in das neue Zentrum habe die Jury überzeugt. Gleiches gelte für den Landschaftsplan, den Hermann Brenner aus Landshut eingereicht habe.

Das Verfahren war anonym, will heißen: Die Juroren wussten nicht, welcher Entwurf von wem stammte. Umso größer war die Überraschung, dass mit Hirner und Riehl Planer den Wettbewerb gewonnen haben, mit denen die Gemeinde bereits gute Erfahrungen gemacht hat, wie Kemmelmeyer versicherte: Die Münchner Architekten haben schon ein vielfach prämiertes Kinderhaus in Unterföhring entworfen. Auf Ähnliches hofft die Kommune nun bei der neuen Ortsmitte und bei der Gestaltung der Gebäude. Gerade beim Haus für VHS und Musikschule werde man noch ein wenig sprechen müssen, sagte der Bürgermeister. Schließlich sollten die Neubauten nicht nur gut aussehen, sondern den Nutzern auch beste Bedingungen für ihre Arbeit bieten.

Martin Hirner sagte am Freitag zu, dass man bei einer etwaigen Optimierung freilich mit sich reden lasse. "Wir sind offen dafür, mit den künftigen Nutzern Musikschule und VHS eng zusammen zu arbeiten." Dass unter Umständen in dem Bereich auch das neue Unterföhringer Rathaus gebaut werden könnte, "das gefällt mir sofort", sagte Hirner. Das sei ein toller Ansatz, und: "Einen Klinkerbau wollte ich schon immer einmal machen", sagte der Architekt. Viele Unterföhringer werden dies gerne hören: Eine triste Betonfassade wie die Schule soll das neue VHS-/Musikhaus in der ehemaligen Ziegelgemeinde demnach nicht bekommen.

Alle Entwürfe zum Wettbewerb sind noch bis zum 11. Dezember im Rathaus ausgestellt

Interessierte können sämtliche Entwürfe, die beim Wettbewerb für die Ortsmitte eingereicht wurden, selbst ansehen. Auf alle Stockwerke im Rathaus verteilt, sind Pläne und Modelle ausgestellt. Die Schau dauert bis zum 11. Dezember und kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung besucht werden: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und montags zudem von 13.30 bis 17.30 Uhr.