Oberschleißheim Jodelwahnnsinn reloaded

Stehen für anarchisches Musikkabarett mit Ziach und heimischem Zungenschlag: Wolfgang Neumann, Petra Amasreiter und Otto Göttler (von links) alias Bairisch Diatonischer Jodelwahnnsinn.

(Foto: Imke Peter/oh)

Oberschleißheimer Saison mit vielen alten Bekannten

Von Udo Watter, Oberschleißheim

Angeblich ist Abschied ja ein bisschen wie Sterben, was aber noch lange nicht heißt, dass umgekehrt jedes Wiedersehen die Lebensgeister neu tirilieren lässt. Wenn es sich freilich um alte Bekannte handelt, die schöne Erinnerungen hinterlassen haben, dann greift man gerne wieder auf sie zurück. Den Protagonisten der kommenden Oberschleißheimer Kulturspielzeit ist die Gemeinde jedenfalls eine vertraute Bühne - und das Publikum darf darauf bauen, gewohnte Qualität zu genießen. Erster Bürgermeister Christian Kuchlbauer spricht mit Blick auf das Programm zu Recht vom Motto "Wiedersehen mit alten Bekannten". Nun, den Auftakt machen am Samstag, 11. Februar, die Sixtie-Beats, die in Oberschleißheim ein Stammpublikum haben und in Trio-Formation Hits der Sechziger und Siebziger spielen: Klassiker der Beatles, Stones, Kinks oder von Jimi Hendrix.

Musikalisch unkonventioneller und sprachlich heimatnäher wird sich am 11. März der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn präsentieren, der mal wieder in der Gemeinde zu Gast ist. Mit Gitarre, Geige, Tuba oder diatonische Ziach spielt das Trio extravagante Arrangements und erzeugt einen ungewöhnlicher Sound: Instrumente werden gestreichelt und gequält, bairisches Liedgut wird gejodelt und gerappt. Die Texte sind mal hintergründig, mal melancholisch, mal schonungslos kritisch. Jodelwahnsinn-Gründer Otto Göttler und Mitstreiterin Petra Amasreiter haben inzwischen den Allround-Musiker Wolfgang Neumann ins Team geholt: Anarchisches Musikkabarett aus dem Freistaat. An kabarettistischen Inhalten in bairischer Mundart wird es auch bei Luise Kinseher und Django Asül nicht mangeln, die zwei Nockherberg-erfahrenen Kabarettisten präsentieren im Mai ihre jeweiligen Programme "Ruhe bewahren" und "Letzte Patrone", Kinseher im Bürgerzentrum, Asül im Festzelt. Auch die Freunde klassischer Töne haben Gelegenheit, ihre Ohren zu schulen. Die Sopranistin Christina Šop will das Auditorium mit Arien begeistern von Mozart, Donizetti oder Puccini, aber auch Werken von Bernstein und Webber. Die Opernsängerin präsentiert ihr Programm am Sonntag, 19. Februar, im Kultur-Café am Huppwald. Ihr Konzert beginnt um 16 Uhr, ebenso wie die Soiree am 12. März mit dem Duo Rossel im Restaurant Kurfürst. "Gioco per due" - Spiel für zwei, heißt es, wenn Angela (Violine) und Ruth Maria Rossel (Cello) einen Streifzug von Barock über Klassik bis hin zu Tango unternehmen werden.

Eine Matinée gibt es am 2. Juli im Schloss Schleißheim. Das Grasse Trio spielt dort unter dem Motto "Paris in Love" Jazz, Gypsy Swing, Chansons - von Cole Porter über Gershwin bis Edith Piaf, Yves Montand und Django Reinhardt. Das Konzert mit Stepptanz beginnt um 11 Uhr. Die Schleißheimer Schlösser sind im Sommer gern genutzte Schauplätze für Klassik-Konzerte. Unter anderem organisiert das Kulturteam der Gemeinde mit Le Nuove Musiche die Reihe "Alte Musik im Schloss Lustheim" mit drei Veranstaltungen im Juli. Karten für die Veranstaltungen gibt es vorab bei Schreibwaren Heckenstaller, Am Stutenanger 6 (089/3151 922), und bei Schreibwaren am Schloss, Freisinger Straße 8 (089/ 315 01 03).