Kirchheim Brandgefährliches Feuerwerk im Museumsdorf

Auf dem Bajuwarenhof lässt sich nachvollziehen, wie die Menschen in der Merowingerzeit gelebt haben. Die Häuser sind allerdings leicht brennbar.

(Foto: Florian Peljak)

In Kirchheim haben Unbekannte im Bajuwarenhof Silvester gefeiert - verbotenerweise.

Von Verena Fücker, Kirchheim

Das Freilichtmuseum Bajuwarenhof in Heimstetten ist in der Silvesternacht anscheinend nur knapp einer möglichen Katastrophe entgangen. Wie der Förderverein Bajuwarenhof erst jetzt auf seiner Facebookseite bekannt gegeben hat, haben Unbekannte auf dem Bajuwarenhof Silvester gefeiert. "Ein Kollege aus dem Förderverein Bajuwarenhof hat am Neujahrstag auf dem Gelände direkt neben den Häusern abgebrannte Feuerwerkskörper und Partymüll, inklusive Sektflaschen, gefunden", sagt Claudia Fischer vom Förderverein.

Die mit Schilf gedeckten Dächer sind leicht entzündlich

Besonders das Feuerwerk war eine Gefahr für die Gebäude, da alle Häuser der Anlage mit Schilf gedeckt sind. Die Dächer sind also recht leicht entzündlich. Deswegen gilt rund um das Freilichtmuseum seit Jahren ein Feuerwerksverbot, ausgesprochen von der Gemeinde Kirchheim. Laut Förderverein des Bajuwarenhofs ist es nur der feuchten Witterung in der Silvesternacht zu verdanken, dass dort nichts Schlimmeres passiert ist.

Allerdings haben die unbekannten Eindringlinge auch eingelagerte Schilfbündel aus einem der Grubenhäuser hinausgeworfen und im Schlamm zum Verfaulen liegen lassen. Die beiden Grubenhäuser des Bajuwarenhofs werden unterschiedlich genutzt, unter anderem als Lagerraum, aber auch als Webstube und Schmiede. Grubenhäuser sind ganz oder teilweise in den Boden eingelassen.

Immer wieder machen Leute auf dem Gelände Lagerfeuer

Der Förderverein des Bajuwarenhofs hofft nun auf wachsame Nachbarn und Kirchheimer, die möglicherweise gesehen haben, wer auf dem Gelände den Jahreswechsel feierte. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Menschen auf das Gelände des Bajuwarenhofs eingedrungen sind, erzählt Claudia Fischer: "Das Gelände ist auf der einen Seite mit einem Maschendrahtzaun gesichert, auf der anderen Seite mit einem Wildzaun. Eigentlich sollte das als Schutz reichen. Aber es gibt immer wieder Leute, die auf dem Gelände verbotenerweise Lagerfeuer machen."

Es ist eine Hofanlage aus der Merowingerzeit nachgebildet

Der Bajuwarenhof ist eine frühmittelalterliche Hofanlage, die nach dem Vorbild der Merowingerzeit um 450 bis 750 nach Christus so detailgetreu wie möglich nachgebaut wurde. Die Anlage des Bajuwarenhofs ist keine Nachbildung eines einzelnen Hofs. Sie beruht auf verschiedenen archäologischen Funden aus der Münchner Schotterebene und war der offizielle Beitrag der Gemeinde Kirchheim zur Bundesgartenschau 2005, die in der Messestadt Riem stattfand. Der Hof mit den unterschiedlichen Haustypen, dem Backofen und Feldern dient auch Versuchen der experimentellen Archäologie.

Für die Öffentlichkeit zugänglich ist der Hof allerdings nur sonntags zu den offiziellen Öffnungszeiten zwischen Mai und September sowie nach Vereinbarungen mit dem Förderverein.